200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050
Eine Auseinandersetzung mit der Erderwärmung in der Naturdoku "Unsere Erde".

Foto © APDie Temperaturänderung ist eines der vielen Probleme
Im Kampf gegen den Klimawandel appelliert der frühere
EU-Agrarkommissar und jetzige Präsident des Ökosozialen Forums, Franz
Fischler, an die moralische Verpflichtung eines Jeden, den Prozess
der globalen Erwärmung zu mildern. "Ein Drittel aller Pflanzenarten
werden an den Folgen der Klimaveränderung aussterben. Die
Erderwärmung ist zwar nicht mehr zu stoppen, aber die
Treibhausgas-Emissionen können reduziert werden", sagte Fischler im
Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Filmpremiere "Unsere
Erde" am Mittwochabend in Wien.
Ansteigen des Meeresspiegels.
Schätzungen der UNO zufolge werden in den nächsten 40 Jahren bis
zu 200 Millionen Menschen vor den Auswirkungen des Klimas flüchten
müssen. Nicht nur die Temperatur und das ganze atmosphärische Umfeld
ändere sich, auch das Ansteigen des Meeresspiegels wirke sich bereits
derzeit auf den Lebensraum von rund 15 Millionen Menschen aus, sagte
die Klimatologin und Meteorologin Helga Kromp-Kolb. In Österreich sei
vor allem der alpine Raum von der Erderwärmung betroffen, aber auch
der Südosten des Landes musste in den vergangenen acht Jahren mit der
Dürre kämpfen.
Heimische Tierwelt betroffen.
Auch die heimische Tierwelt ist vom schleichenden Prozess des
Aussterbens betroffen, Eiszeitrelikte wie Schneehase und Schneehuhn
werden aufgrund von Schneemangel und Erwärmung ihre Lebensgrundlage
verlieren. Andererseits sei es auch sehr wahrscheinlich, dass neue
Tierarten bis in die alpinen Täler vordringen werden, so Wildbiologe
Klaus Hackländer.
Steigerung der Energieeffizienz.
Wichtigste Maßnahme zum Schutz der Natur seien laut Fischler die
Steigerung der Energieeffizienz sowie der Umstieg auf alternative
Energieträger. Anreize dafür sollen vor allem mit einer ökologischen
Steuerreform geschaffen werden. "Einerseits soll menschliche Arbeit
steuerlich entlastet, andererseits müssen nicht unbedingt notwendige
Energieverbräuche höher besteuert werden." Dass der Wandel von
fossilen zu erneuerbaren Energieträgern möglich sei, betonte auch der
Geschäftsführer des Österreichischen Biomasseverbandes, Josef Plank:
"Notwendig wird ein Umdenken bis zum Verbraucher. Beispielsweise
könnten allein 1.200 heimische Landgemeinden mittels Einsatz von
Biomasseheizungen, Solartechnik und Biogastreibstoff sich fast autark
mit Energie versorgen und so rund 7,5 Millionen Tonnen CO2, rund zehn
Prozent des österreichischen Gesamtverbrauches, einsparen."
Liebeserklärung an den Planeten.
Die Verbindung von Politik und Wissenschaft sieht der Chef der
ORF-Reihe "Universum", Walter Köhler, im Dokumentarfilm: "Im Grunde
betreiben wir Marketing für die Natur. Wir zeigen, was wir an
Schönheit verlieren könnten, denn nur so wird unser
Verantwortungsbewusstsein geweckt. Und es ist uns möglich, die Natur
zu schützen." Diesem Motto hat sich auch der Film "Unsere Erde"
verschrieben. Die Dokumentation versteht sich als Liebeserklärung an
unseren Planeten und thematisiert die Folgen der globalen Erwärmung.
Gezeigt werden beeindruckende Luft- und Nahaufnahmen von Landschaften
und Tieren. "Unsere Erde" startet am 8. Februar, in den
österreichischen Kinos.
Features
Umwelt-Debatte
Fakten
Der Dokumentarfilm "Unsere Erde" startet am 8. Februar in den österreichischen Kinos.






