44 Milliarden Euro-Paket für Afrika und Osteuropa
Im Kampf gegen Krankheiten wollen die Staatschefs den betroffenen Ländern unter die Arme greifen.

Foto © APAGroße Vorhaben verbinden: Bush und Merkel am Verhandlungstisch
Nach ihrem Klimaschutz-Kompromiss nehmen
die G-8-Länder am heutigen Freitag Hilfen für Afrika und ein
milliardenschweres Programm zum Kampf gegen gefährliche Krankheiten
wie Aids in Angriff. Die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtete, der Gipfel in Heiligendamm habe sich auf
ein Programm im Wert von 44,5 Milliarden Euro zur
Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie auch Malaria oder
Tuberkulose geeinigt. Aus Delegationskreisen hieß es am
Donnerstagabend allerdings, eine endgültige Entscheidung stehe noch
aus und falle möglicherweise am Freitagvormittag.
Treffen. Zum letzten Tag des Gipfels werden die Staats- und Regierungschefs
der G-8-Staaten mit ihren Kollegen aus mehreren afrikanischen Staaten
und aus den wichtigsten Schwellenländern zusammentreffen. Bei der
Sitzung mit den Regierungsspitzen aus Ägypten, Ghana, Algerien,
Nigeria, Südafrika und Äthiopien wollen die führenden Industrieländer
und Russland ein Zeichen setzen, dass dem afrikanischen Kontinent
besondere Bedeutung zukommt.
Auch Hilfe für Osteuropa. Die "FAZ" berichtete, das Geld aus dem 44,5 Milliarden-Paket solle
nicht nur Afrika, sondern auch Osteuropa zugute kommen. In der
Abschlusserklärung sollten allerdings ein verbindlicher Zeitplan und
konkrete Finanzzusagen einzelner Länder vermieden werden, hieß es
unter Berufung auf deutsche Delegationskreise.
Geteilte Kosten - geteilte Meinung. Die Aufstockung der Hilfen um rund 45 Milliarden Euro war von US-
Präsident George W. Bush vorgeschlagen worden. Davon wollen die USA
die Hälfte übernehmen, der restliche Betrag soll nach
Vorstellungen Washingtons von den G8-Partnern kommen. Einige Länder
sollen sich angesichts der hohen Summen skeptisch gezeigt.
Verstärkte Zusammenarbeit. Große strategische Bedeutung misst die deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel einem Treffen mit den Staats- und Regierungschef von
China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko bei. Dabei soll der
Grundstein für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen der G-8-Gruppe
und diesen aufstrebenden Schwellenländern gelegt werden. Diese
Kooperation soll "Heiligendamm-Prozes" genannt werden.
Diskussion um KLimaschutz. Nachdem sich die G-8-Staaten am Donnerstag nach langem Ringen auf
einen Kompromiss beim Klimaschutz geeinigt hatten, dürften bei den
Treffen in diesem Punkt allerdings Unterschiede zwischen den
Industriestaaten und Schwellenländern deutlich werden. Es wird damit
gerechnet, dass die Schwellenländer gegen zu hohe Auflagen beim
Klimaschutz Front machen. Der Kampf gegen die Erderwärmung dürfe
nicht auf Kosten des Wachstums in den fortgeschrittenen
Entwicklungsländern gehen, warnte Indiens Regierungschef Manmohan
Singh am Donnerstag in Berlin.





