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Zuletzt aktualisiert: 25.04.2008 um 05:10 Uhr

Jede Tonne Treibhausgas ist bare Münze

Seit 2005 werden in Europa zwischen Unternehmen Emissionsrechte für Treibhausgase gehandelt.

Foto © AP

Neben dem bekanntesten Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gibt es eine Reihe weiterer Gase, die treibhauswirksam sind - darunter Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O). Ihnen gemein ist, dass sie großräumig wirken, also allgemein zur Erderwärmung beitragen. Diese Überlegung liegt dem Handel mit Emissionsrechten zu Grunde, der in Europa seit 2005 möglich ist.

Emissionszertifikate. Jeder Staat hat dafür eine gewisse Menge an Emissionszertifikaten zur Verfügung, die er an die Betreiber von Anlagen verteilt. Mit dabei sind vor allem die Energiewirtschaft (Kraftwerke) und die Großindustrie. Mit diesen gratis zugeteilten Verschmutzungsrechten muss das Unternehmen auskommen. Tut es das nicht, kann es zusätzliche Zertifikate erwerben. Diese werden europaweit von Unternehmen angeboten, die weniger Treibhausgase ausgestoßen haben als geplant. Der Preis für eine Tonne an CO2-Äquivalenten richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Zur Zeit liegt er bei etwa 20 Euro. Ein zusätzlicher Treibhausgas-Ausstoß von einer Million Tonnen würde sich demgemäß mit rund 20 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Investieren. Auch der Staat hat die Möglichkeit, seine CO2-Bilanz mit Investitionen aufzubessern, um Strafzahlungen zu entgehen. Das geschieht über die "flexiblen Mechanismen" des Kyoto-Vertrags. Österreich etwa will neun Millionen Tonnen CO2 wettmachen, indem es in "grüne Projekte", also klimafreundliche Anlagen, in Entwicklungsländern investiert.

GÜNTER PILCH

Kyoto-Protokoll

Im Kyoto-Protokoll hat sich die EU 1997 verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um acht Prozent zu senken. Seit heuer läuft die Verpflichtungsperiode (bis 2012). Jeder Mitgliedsstaat hat dafür ein eigenes Reduktionsziel übernommen.

Österreich

Für ist ein Minus von 13 Prozent der Treibhausgase vorgesehen (Ziel: 68,8 Millionen Tonnen). 2006 lag Österreich allerdings schon bei 91,1 Millionen Tonnen - und damit 15 Prozent über dem Wert von 1990 anstatt, wie vorgesehen, 13 Prozent darunter. Es drohen dem Staat saftige Strafzahlungen.

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