Pfeifenberger: "Erbärmlich, was im Land passiert"
Der ehemalige Kärntner Landeshauptmannstellvertreter und Ex-FP-Politiker Karl Pfeifenberger packte erstmals seit seinem Ausscheiden aus der Politik über die Haider-Ära aus. Von Adolf Winkler

Foto © APA/Gert EggenbergerPfeifenberger Donnerstag bei der Pressekonferenz
Ins Visier von Hypo-Ermittlern geraten ist Karl Pfeifenberger wegen angeblicher Scheinrechnungen. In einer Pressekonferenz drehte der Ex-FP-Politiker am Donnerstag den Spieß um: "Ich lasse mich nicht in den Sumpf ziehen und in die Reihe schlechter Politiker stellen", wies er alle Anschuldigungen zurück und zog gegen Jörg Haider vom Leder: "Das Hypo-Schlamassel hätte es bei mir nie gegeben. Für Haider war der Hypo-Verkauf schon 2003 ein Thema. Ich war immer dagegen. Im Jahr 2000 schickte mir Haider Tilo Berlin ins Büro. Den habe ich gleich wieder hinausgeschickt."
Noch drastischer wurde Pfeifenberger zu den Ermittlungsfällen um Gerhard Dörfler und andere FPK-Politiker: "Schade! Was im Land passiert ist erbärmlich. Die ganze Riege ist führungsschwach und visionslos." Er sei schon 2007 aus der Partei ausgetreten und habe auf schriftliche Bestätigung bestanden.
Seit seinem Abgang aus der Politik als Haiders Vize 2005 hatte Pfeifenberger geschwiegen. Ausgerechnet an Haiders Todestag holte er am Donnerstag zur Generalabrechnung aus. "Ich habe Haider geschätzt, bin für ihn durch dick und dünn gegangen und respektiere immer noch seine Persönlichkeit", so Pfeifenberger. Doch dann listete er Konflikte zwischen ihm und Haider auf.
"Ich war strikt gegen den Verkauf der Bundeswohnungen (Buwog) und dass Kärnten sein Vorkaufsrecht an den ESG-Wohnungen hergibt. Doch dann hat Haider den Buwog-Akt an sich gezogen. Für mich war das ein Alarmzeichen", lüftete Pfeifenberger zum Buwog-Skandal, der mit Ermittlungen gegen Grasser, Meischberger & Co die Justiz beschäftigt.
Pfeifenberger kündigte am Donnerstag den Schritt zur Staatsanwaltschaft an, aber in eigener Sache mit Unterlagen seiner Werksvertragstätigkeit für die Hypo 2005 und 2006. Er hätte die Kärntner Biodiesel (Münzer Bet. GmbH) saniert und später Biomasseprojekte für die Hypo in Bayern entwickelt. Kosten für Leistungen und Studien, die seine Wood Energy Consulting verrechnet habe, könne er alle belegen.
Was Pfeifenberger jetzt macht? "Wir beschäftigten 150 Spezialisten in ganz Europa im hochwertigen Industrieanlagenbau", erklärte er als Inhaber und Geschäftsführer der CA Industrietechnik GmbH in Wien. "In die Politik gehe ich nie wieder."
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Hintergrund
Die Hypo, zur Zeit in Verhandlungen mit dem Finanzministerium über die Schließung einer Zwei-Milliarden-Lücke, nimmt nun Ex-FP-Politiker Karl Pfeifenberger ins Visier. Nach dem Ausscheiden von Ex-FP-Politiker Karl Pfeifenberger aus der Politik 2005 arbeite er bei der Hypo-Tochter Münzer Bet.-Gmbh, später Habeg. Die soll an seine Wood Energy Consulting 324.000 Euro überwiesen haben, die die Hypo anzweifelt und laut Standard anzeigen will.
Pfeifenberger bestreitet die Vorhalte als absurd. In einer für Donnerstagmittag einberufenen Pressekonferenz holte er zum Rundumschlag gegen Haider, Dörfler und Berlin aus.













