Wer hat an der Hypo zu viel verdient?
Gutachter der Staatsanwaltschaft belastet Hypo-Investoren und Manager im Zusammenhang mit Vorzugsaktien-Deals in den Jahren 2006 bis 2008. Der Schaden für die Bank wird mit 5,1 Millionen Euro beziffert. Von Thomas Cik.

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Es ist nicht nur ein Radweg am Wörthersee, der die Flick-Stiftung dieser Tage in die Schlagzeilen bringt. Investments in die Hypo Alpe Adria, an denen das Flick-Umfeld gut verdiente, könnten bald ein gerichtliches Nachspiel haben.
Wie die Kleine Zeitung berichtete, ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Vorzugsaktien-Deals in den Jahren 2006 bis 2008 wegen Untreue gegen Manager der Bank und Berater. Nun hat Gerichtssachverständiger Karl Hengstberger die Deals zerlegt und erstmals einen Schaden beziffert: 5,1 Millionen Euro sollen schwerreiche Investoren zu viel bekommen haben. Die Liste ist prominent besetzt: 1,8 Millionen Euro zu viel sollen an Flick-Gesellschaften geflossen sein, im Fall des Klagenfurter Immobilien-Entwicklers Walter Moser sollen es 2,4 Millionen Euro gewesen sein. Auch Kika-Leiner-Gründer Herbert Koch samt Ehefrau, Jetalliance Gründer Lukas Lichtner-Hoyer, die Stiftung des Gesundheitsökonomen Christian Köck sowie die Unaxis-Gesellschaft sollen laut Hengstberger zu viel an dem Investment verdient haben.
Belastet werden durch das Gutachten des Sachverständigen in erster Linie Manager und Berater, die aufseiten der Bank die Deals zu verantworten hatten. Ihnen wird vorgeworfen, Rückkauf-Verpflichtungen zum Nachteil der Bank akzeptiert zu haben, das Geld widerrechtlich als Eigenkapital in der Bilanz verbucht zu haben und den Vorzugsaktionären zu hohe Dividenden gezahlt zu haben.
Ex-Hypo-Chef Tilo Berlin will keine öffentlichen Kommentare abgeben, Wolfgang Kulterers Anwalt sagt, man habe das Gutachten noch nicht durchgearbeitet. Ex-Vorstand Josef Kircher argumentiert, dass die Gelder richtig verbucht wurden und auch die Zinsen in der Bandbreite dessen seien, was im Konzern für Liquidität gezahlt wurde. Othmar Ederer, Ex- Aufsichtsrat der Hypo und Chef der GRAWE, sagt: "Ich hatte kein Wissen über Nebenabreden."
Brisant ist die Rolle von Flicks Anwalt Alexander Klaus, er war zugleich Haus-und-Hof-Anwalt der Hypo. "Im konkreten Fall war ich aber nur auf Investorenseite tätig", betont er. Anklagen könnten schon im Herbst erfolgen - es gilt die Unschuldsvermutung.













