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Zuletzt aktualisiert: 19.07.2012 um 20:56 UhrKommentare

Späte Bestätigung für Schaunig

Birnbacher-Martinz-Prozess zeigt: Nur Ex-SPÖ-Chefin Gaby Schaunig stellte sich gegen das Millionen-Honorar für Dietrich Birnbacher. Am Montag entscheidet die Landesholding über weiteres Vorgehen. Von Antonia Gössinger und Thomas Cik.

Die frühere SPÖ-Chefin Gaby Schaunig

Foto © EggenbergerDie frühere SPÖ-Chefin Gaby Schaunig

Eine Entscheidung der Landesholding, wie sie sich angesichts des laufenden Prozesses um das Sechs-Millionen-Honorar für Steuerberater Dietrich Birnbacher verhält, ist überfällig. Für Montag wurde jetzt eine Sitzung des Aufsichtsrates anberaumt. Da soll entschieden werden, ob sich die Landesholding als Privatbeteiligte dem Verfahren anschließt und wie es mit den angeklagten Geschäftsführern Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander weitergeht. Denn der gestrige Prozesstag ließ ein weiteres Mal tief in die Zustände in der Holding blicken.

Ein Vorstand trat zurück

"Megymorez informierte mich nicht, dass er in München war und den Verkauf der Bank verhandelte", sagte Ex-Vorstand Reinhard Zechner aus. Er habe davon aus der Zeitung erfahren und sofort seinen Rückzug aus dem Unternehmen bekannt gegeben. "Warum?", will der Richter wissen. "Weil ich mir mein Leben schon öfters schwierig gestaltet habe, in dem ich nicht zu allem Ja gesagt habe."

Als Einzige zum Birnbacher-Honorar ausdrücklich Nein gesagt hat im Landesholding-Aufsichtsrat die frühere SPÖ-Chefin Gaby Schaunig - gemeinsam mit den von ihr in den Aufsichtsrat entsandten früheren Finanzminister Ferdinand Lacina und Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach.

Als Zeugin hatte Schaunig gestern aber einen unspektakulären einstündigen Auftritt. Sie ließ sich eine Genugtuung über ihre späte Bestätigung - durch das Birnbachers Geständnis - nicht anmerken. Auch sie hatte von dem Verkauf der Hypo-Bank aus den Medien erfahren. Als ein Jahr später das Birnbacher-Honorar im Holding-Aufsichtsrat zum Thema wurde, habe Landeshauptmann Jörg Haider die aktive Rolle übernommen, obwohl dies angesichts seiner damaligen Funktion - Aufsichtskommissär - gar nicht gestattet gewesen sei. "Haider hat Sitzungen nach Gutdünken betreten und verlassen", erzählte Schaunig über die damaligen Gepflogenheiten.

"Seien Sie kein Fisch"

Ein Gutachten, das die SPÖ in Auftrag gegeben hatte und das der Auszahlung des Millionen-Honorars jede Grundlage absprach, wurde von den Holding-Vorständen gar nicht in Betracht gezogen. Sie beauftragten eine Reihe anderer Gutachter und gaben dafür in Summe fast 50.000 Euro aus. Einer dieser Gutachter, Gerhard Altenberger, wand sich bei seiner gestrigen Zeugen-Einvernahme so, dass ihn Richter Manfred Herrnhofer aufforderte: "Seien Sie kein Fisch". Also räumte Altenberger eine sehr selektive Prüfung ein und dass sein Gutachten eigentlich "gegenstandslos" ist. Dafür hat er 12.500 Euro kassiert.

Der Prozess wird am kommenden Mittwoch mit der Befragung weiterer Gutachter fortgesetzt.

ANTONIA GÖSSINGER, THOMAS CIK

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