Martinz' Tage als Kärntner VP-Chef sind gezählt
Für Montag hat die Kärntner ÖVP ihre Parteigremien einberufen. Alles andere als ein Rücktritt des schwer unter Druck geratenen Parteichefs Josef Martinz wäre eine Überraschung.

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Jetzt geht alles sehr schnell! Gestern Abend berief die Kärntner ÖVP für Montag die Parteigremien - Präsidium und Landtagsklub - ein. Alles andere als ein Rücktritt von Josef Martinz als Parteichef wäre eine Überraschung. Denn gestern machte die Bundespartei-spitze klar, dass sie sich nicht länger mit dem vor Gericht arg in Bedrängnis gekommenen Martinz belasten will.
Keinen Fall Uwe Scheuch
"In der ÖVP gibt es keinen Fall Uwe Scheuch. Wer verurteilt wird, hat zurückzutreten", schickte ÖVP-Chef Vizekanzler Michael Spindelegger gestern ein Ablaufdatum für Martinz nach Klagenfurt. Zuvor hatte Generalsekretär Hannes Rauch angekündigt, dass es am Tag der Urteilsverkündung "eine klare Entscheidung" gibt.
Dass über den Verbleib von Martinz als Parteiobmann nach einem erstinstanzlichen Urteil entschieden werden soll, hatte aber auch die Kärntner ÖVP schon im Jänner beschlossen. Damals hatte Martinz Wind von der Anklageerhebung bekommen und im Unterschied zu FPK-Chef Scheuch wenigstens seinen Sessel als Regierungsmitglied geräumt. Landesparteichef blieb er. Der Rückzug sei "nur vorübergehend", Achill Rumpold als Landesrat nur Statthalter, hieß es damals.
Richter legte Martinz Geständnis nahe
Nachdem Richter Manfred Herrnhofer gestern im Gericht Martinz ein Geständnis nahelegte, dieser jedoch bei "nicht schuldig" bleibt, scheint man in seiner Partei mit Ungemach zu rechnen. Das Urteil ist für 1. August angekündigt.
Als logischer Martinz-Nachfolger wurde bisher Rumpold gehandelt. Weil aber auch er in den Honorar-Skandal verwickelt ist, wie der Prozess zeigt, hat die Kärntner ÖVP ein Problem. Zumal auch Klubobmann Stephan Tauschitz als U-Ausschuss-Zudecker wohl keine Parteichef-Option mehr ist.














