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Zuletzt aktualisiert: 15.06.2012 um 11:28 UhrKommentare

Hypo-Aus würde sechs Milliarden kosten

Hypo-Vorstand Gottwald Kranebitter spekuliert, was das Zusperren der Hypo Alpe Adria kosten würde. Die BayernLB zerrt den kompletten Ex-Vorstand wegen Hypo vor Gericht.

Foto © Reuters

Das wird ein Schauprozess, der seinesgleichen sucht: Die BayernLB zieht ihren kompletten Ex-Vorstand wegen der Übernahme der Hypo Alpe Adria vor Gericht. Das waren acht Top-Manager. Sie sollen 2007 bei der Hypo-Akquisition, die für Deutschlands zweitgrößte Landesbank zum Milliardengrab wurde, ihre Pflichten verletzt und den Aufsichtsrat getäuscht haben. Die BayernLB will nun zumindest einen Teil der Verluste zurück: Vom Ex-Vorstand um den damaligen Chef Werner Schmidt fordert sie 200 Millionen Euro.

Die Konditionen des Hypo-Erwerbs seien von Anfang an unvertretbar gewesen, heißt es in der Klage. Der Kaufpreis sei völlig überteuert und die Prüfung der Bücher zu knapp gewesen, Alarmsignale seien ignoriert und Sicherungsmechanismen nicht in den Vertrag eingebaut worden.

Drei Milliarden von Hypo

Geld, nämlich drei Milliarden Euro will die BayernLB auch von der Hypo Alpe Adria Bank sehen. In der Hypo wird gerade analysiert, ob diese Kredite nicht in Wahrheit verstecktes Eigenkapital waren und demnach gar nicht rückgeführt werden müssen. Die Bayern hingegen bestehen auf die Zahlung.

Der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner forderte in dem Zusammenhang eine sofortige offenlegung des "Kleiner-Gutachtens" über die Verantwortung der BayernLB für die Hypo-Pleite, "um etwas gegen die Bayern in der Hand zu haben". "Dass dieses Gutachten unter Verschluss gehalten werde, lasse darauf schließen, dass es zu viel politischen Sprengstoff über die Ursachen der Hypo-Pleite beinhalte.

Steuerzahler würde bluten

Indes wird in Österreich spekuliert, wie viel den Staat das Hypo-Abenteuer nach der Notverstaatlichung koste, würde sie jetzt zusperren: Hypo-Chef Gottwald Kranebitter errechnet fiktive sechs Milliarden Euro. Bluten würden vorrangig der Steuerzahler. Hypo-Chef Gottwald Kranebitter will die Hypo langsam und geordnet zurückfahren. "Der Ruf nach sofortiger Abwicklung ist zerstörerisch." Schnell heiße teuer. Auch bei pessimistischsten Annahmen sei ein geordnetes Zurückfahren billiger als Zusperren. Selbst wenn der größte Teil jener faulen Kredite und auf Abbau gestellten Leasing-Aktivitäten schlagend würden, die jetzt in einer eigenen Abbau/Verwertungsgesellschaft abgespaltet werden sollen (Planvolumen: 10 Milliarden Euro). Kranebitter will die Sondergesellschaft zügig: "Jede andere Alternative ist teurer." Andernfalls drohe bis Dezember ein neuer FMA-Bescheid, das Hypo-Kapital auf die Risikoprämienvorgaben aufzustocken - was den Bund auf einen Schlag gleich nochmals 1 bis 1,5 Milliarden Euro kosten würde. Mit einer Abbaufirma kämen . Steuerzahler bei der Hypo erst wieder dran, wenn Verluste schlagend würden


KLEINE.tv

Analyse zum Styrian-Spirit-Urteil

Mit Schuldsprüchen und Haftstrafen von 2,5 bzw. 2 Jahren endete am Freit...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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