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Zuletzt aktualisiert: 16.04.2012 um 09:41 UhrKommentare

Schwere Vorwürfe von Tilo Berlin gegen BayernLB

Der ehemalige Vorstandschef der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank, Tilo Berlin, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Management der Bayerischen Landesbank.

Tilo Berlin

Foto © APATilo Berlin

Wie der "Kurier" in seiner Montag-Ausgabe berichtet, hätte die BayernLB laut Berlin bereits im November 2008 beschlossen, die erst ein Jahr zuvor erworbene Kärntner Bank nicht mehr als zukunftsfähiges Konzept zu betrachten, sondern sie "auf Sicht" wieder abzustoßen. Ab da sei die Bank finanziell ausgehungert worden, so Berlin laut dem Bericht, der sich auf eine Zeugenaussage Berlins vor Gericht beruft.

Weder der Hypo-Vorstand noch der Minderheitseigentümer Grazer Wechselseitige Versicherung hätten von der Entscheidung des Münchner Managements erfahren, so Berlin laut einer Anlage zur Zeugenaussage beim Prozess BayernLB gegen Hypo-Mitarbeiterstiftung vom 15. Februar 2012. Ab da hätte sich der Hypo-Vorstand im "täglichen Kleinkrieg mit der BayernLB" um Refinanzierungen aufgerieben, damit habe die "Negativspirale" begonnen.

Berlin fühlt sich missbraucht

Einen Monat nach dieser Entscheidung in München sicherte sich die Hypo beim Banken-Hilfspaket des Bundes rund 900 Mio. Euro. Hätte er gewusst, dass die BayernLB die Osteuropastrategie der Hypo gar nicht mehr mittragen wollte, "wäre die Staatshilfe nicht zustande gekommen", so Berlin, der sich missbraucht fühlt.

Die Misere habe aber schon zuvor begonnen, und zwar mit der Ablöse von BayernLB-Chef Werner Schmidt und der Installierung von Michael Kemmer als Vorstandschef. Dieser habe "Pseudo-Management" betrieben. Ende 2008 sei der Plan "Hypo Fit 2016" gekommen, wonach die Hypo 2.500 Mitarbeiter abbauen und Ost-Töchter abverkaufen sollte. Er habe versucht, Kemmer von der Unsinnigkeit dieser Strategie zu überzeugen, sagte Berlin aus. Da ihm dies nicht gelungen wäre, sei er im März 2009 aus dem Vorstand ausgeschieden.

Den "Rest" hätten die Bayern der Kärntner Tochterbank mit der Bestellung des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) gegeben. Diese hätten im Herbst 2009 einen dramatischen Wertberichtigungsbedarf bei der Hypo ermittelt, der für Berlin "nicht nachvollziehbar" war. Damit habe man die Notverstaatlichung mehr oder weniger erzwungen und Forderungen von 3,9 Mrd. Euro gerettet. In der Rückschau sei völlig klar, dass die Bayern in den Verhandlungen um die Verstaatlichung im Dezember 2009 besser vorbereitet gewesen seien als ihre österreichischen Verhandlungspartner.


KLEINE.tv

Analyse zum Styrian-Spirit-Urteil

Mit Schuldsprüchen und Haftstrafen von 2,5 bzw. 2 Jahren endete am Freit...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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