Die Banker aus Liechtenstein
Der Hypo Prozess III wird diese Woche fürstentümlich - mit den Zeugen Markus Müller und Andreas Zogg. Geklärt werden soll die Frage, warum die Hypo in Lichtenstein Kredite in Höhe von 55 Millionen Euro vergab.

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Finanzgeschäfte in und über Liechtenstein sind vom Hauch eines strengen Bankgeheimnisses umrankt. Fürstentümlich wird es jedenfalls ab Dienstag am Landesgericht Klagenfurt, wenn Richterin Sabine Roßmann den Hypo Prozess III gegen die Ex-Hypo-Chefs Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger sowie die Berater Gerhard Kucher und Hermann Gabriel fortsetzt. Als Zeugen geladen sind nämlich die ehemaligen Chefs der Hypo Alpe Adria Liechtenstein, Markus Müller und Andreas Zogg.
Warum gab die Hypo Alpe Adria Liechtenstein 2004 elf liechtensteinischen Gesellschaften Kredite in Höhe von 55 Millionen Euro, damit diese über eine darüber errichtete BC Holding der Hypo Alpe Adria International in Klagenfurt Vorzugsaktien der Hypo Leasing abkaufen konnte? Während Staatsanwalt Robert Riffel hinter diesem sogenannten "Liechtenstein-Karussell" einen Schaden von 5,5 Millionen Euro erblickt, sehen es die vier Angeklagten als kluges Vorteilsgeschäft für das damalige Eigenkapital der Hypo. Für sie alle gilt die Unschuldsvermutung.
Die Hypo-Liechtenstein gehörte einst zu 100 Prozent der Kärntner Hypo, über sie liefen auch zahlreiche Kroatien-Geschäfte. Nach dem Einstieg der BayernLB im Jahr 2007 wurden 51 Prozent an eine Investorengruppe verkauft, hinter der Prinz Michael von und zu Liechtenstein stand, ein Cousin von Fürst Hans Adam II. Ab 2009 befand sich die Bank in Abwicklung. Die ausgeschiedenen Direktoren Müller und Zogg wirkten eine Weile als Konsulenten.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Klagenfurt wurden nach Beschluss des Fürstlichen Landesgerichts zahlreiche Konten von Gesellschaften und Stiftungen bei der liechtensteinischen Bank geöffnet. Zogg brachte einmal Anzeige wegen Verleumdung gegen die CSI Hypo ein.
Bei seinem und Müllers Zeugenauftritt am Mittwoch geht es ausschließlich um die umstrittene Kapitalerhöhung 2004 bei der Leasing. Besonders interessant sind daher ebenfalls am Mittwoch die Zeugen Josef Kircher und Dietmar Falschlehner. Sie waren damals die Vorstände der Hypo Leasing, die dank der Kapitalerhöhung ihr Geschäft weiter ausbauen konnte.













