Kärntner Hypo: Zwei Razzien wegen 400-Millionen-Geldfluss
Räumlichkeiten der Mitarbeiter-Privatstiftung und Kärntner Landesholding durchsucht. Offenbar fehlende offizielle Garantie über Geldfluss im Visier der Ermittler.

Foto © Weichselbraun
Einmal mehr wurden dieser Tage im Hypo-Umfeld Leichen aus dem Keller geholt. Kartei-Leichen. In der Mitarbeiterprivatstiftung hat es am Donnerstag eine Hausdurchsuchung gegeben. Auch die Räume der Kärntner Landesholding wurden durchsucht. Die Bank wird verdächtigt, vor dem Börsegang 2005 ihre Bilanz mit Beihilfe des Landes stark geschönt zu haben.
Die Landesholding kassierte damals in Erwartung eines Börsegangs der Hypo 500 Millionen über eine Wandelschuldverschreibung. Um das Geld als Liquidität in der Hypo zu belassen, ließ man sich auf eine gewagte Konstruktion ein: Die Landesholding gab der Hypo Mitarbeiter-Privatstiftung ein Darlehen; die Stiftung schloss einen Vermögensverwaltungsvertrag mit der Hypo; und der Vermögensverwalter, der in der Hypo saß, beschloss besagtes Geld bei der Hypo zu veranlagen.
Die Mitarbeiter-Privatstiftung zeichnete 2006 auch Vorzugsaktien im Wert von 44 Millionen Euro bei der Hypo Leasing. Diese Deals werden aus mehreren Gründen von der Staatsanwaltschaft untersucht. Einmal, weil die Bank über diese Variante ihre Bilanz angeblich besser dargestellt hat. Weiters, weil in einem Sachverständigen Gutachten die These vertreten wird, die Hypo Leasing habe für die Vorzugsaktien zu hohe Dividenden ausgeschüttet. Marktkonform hätte es laut Gutachten billigere Varianten gegeben, zu Geld zu kommen. Hansjörg Megymorez, Vorstand der Kärntner Landesholding bestreitet, dass die Holding unmittelbar von den Vorzugsaktiendeals profitiert habe. "Dass wir das Geld über die Mitarbeiterstiftung in die Hypo fließen lassen, war im Aufsichtsrat bekannt", betont Megymorez. Man habe dafür auch eine Rendite von 2,54 Prozent erhalten.
Der Kärntner Landesrechnungshof prüfte den Fall vor zwei Jahren - er kritisierte zwar das Risiko für die Steuerzahler, nicht aber die Konstruktion. Im Fokus der Ermittlungen stehen nun die Ex-Vorstände der Hypo, Wolfgang Kulterer, Siegfried Grigg und Josef Kircher sowie Vertreter der Hypo Mitarbeiterholding. Es gilt die Unschuldsvermutung.














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