Ivo Sanader kann Gefängnis verlassen
Fußballprofis und Parteifreunde haben in Kroatien 1,5 Millionen Kaution für den Ex-Premier Ivo Sanader hinterlegt. Der Politiker steht in Zagreb wegen Korruption vor dem Richter. Er soll bei einem Hypo-Kredit mitgeschnitten haben.

Foto © Reuters
Laut Informationen aus kroatischen Gerichtskreisen kann der Ex-Premier Ivo Sanader am Freitag die Untersuchungshaft, in der er sich seit über einem Jahr befindet, verlassen. Damit es überhaupt so weit kommt, musste zuvor die höchste in Kroatien je festgesetzte Kaution hinterlegt werden.
Ex-Parlamentspräsident Luca Bebic und zwei weitere Abgeordnete, die mit Sanader in der HDZ waren, ließen ihre Villen und Appartments pfänden. Fußballprofi Tomo Sokota und Trainer Bozidar Sikis überwiesen jeweils 150.000 Euro in bar um die vom Gericht festgesetzte Kautionssumme von 1,56 Millionen Euro zu erreichen. Warum sie das taten? Eine Erklärung blieben die der kroatischen Öffentlichkeit schuldig.
Knalleffekt
Zuvor ließ ein Hypo-Mitarbeiter in der Verhandlung gegen Sanader mit einem Knalleffekt aufhorchen. "Eugen Laxa? Den kenne ich nicht. Die Provision für den Kredit zwischen der Hypo und dem Staat Kroatien war für Ivo Sanader bestimmt. So hat das Wolfgang Kulterer 1994 im Aufsichtsrat gesagt." Bekanntlich wird Kroatiens Ex-Premier in Zagreb der Prozess gemacht, weil er bei einem Kredit für den Staat 480.000 Euro mitgeschnitten haben soll. Den von Sanader als Provisionsempfänger genannten Laxa kennen laut Anklage nur er und Ex-Hypo Chef Kulterer. "Wer hatte die Kosten für den Kredit zu tragen?", wollten Sanaders Verteidiger wissen und machen damit klar, dass sie einen Schwenk in der Verteidigung einleiten.
Denn wenn die Hypo und nicht Kroatien die Mehrkosten zu zahlen gehabt hat, fällt die Anklage zusammen. "Also, wer zahlte?" "Das kann ich nicht beantworten ohne die Unterlagen. Aber ich erinnere mich, dass die Bank wohl drei Fünftel der Provision begleichen musste und sie nicht in das Kreditvolumen einrechnen konnte", führt der Mitarbeiter aus. Man teilte sich die ominöse Provision also. Sanader brachten die Aussagen nicht aus der Fassung. Gelassen nahm hörte er dem Zeugen zu, im Wissen am Nachmittag das Gefängnis verlassen zu können.














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