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Zuletzt aktualisiert: 15.12.2011 um 16:05 UhrKommentare

Striedinger: "Ich war nur der Sekretär"

Im Korruptionsprozess gegen den kroatischen Ex-Premier Ivo Sanader hat am Donnerstag der ehemalige Vorstand der Kärntner Hypo, Günter Striedinger ausgesagt.

Günter Striedinger

Foto © TraussnigGünter Striedinger

Man sieht Ivo Sanader das vergangene Jahr an. Mit einer Krücke an der Hand schleppt er sich auf seinen Stuhl im Gerichtssaal. Den Blick auf den Boden gerichtet, das fahle Gesicht von tiefen Furchen gezeichnet. Vor drei Jahren war er noch europaweit geachtet als jener Politiker, der Kroatien in die EU führen wird. Jetzt ist er als Kriegsgewinnler angeklagt. Bei einem 140-Millionen-Schilling Kredit, den der junge Staat Kroatien 1994 von der Kärntner Hypo Alpe Adria erhalten hat, soll Sanader fünf Prozent, umgerechnet 480.000 Euro, in den eigenen Sack kassiert haben. Der Name des auf den Papieren aufscheinenden offiziellen Provisionsempfängers Eugen Laxa, ein in Argentinien lebender Kroate, sei einfach missbraucht worden, sagt die Anklägerin.

Der Ex-Vorstand der Hypo Alpe Adria Bank, Günther Striedinger, war als Zeuge geladen. Ja, er habe Laxa getroffen und ihm Geld übergeben. "Die Provisionssumme von fünf Prozent war zwar hoch, aber noch im Bereich des Üblichen." Doch als Anklägerin Tamara Laptos Striedinger ein Bild des 80-jährigen Laxa vorhält, revidiert er seine Aussage. "Der Laxa, den ich bei zwei Auszahlungen traf, war zwischen 30 und 45 Jahren und sicher kein so alter Mann." Was habe ihn dann glauben lassen, er habe Laxa vor sich: "Wolfgang Kulterer hat ihn mir so vorgestellt."

In Striedingers Version war es stets der Vorstandsvorsitzende der Hypo, Wolfgang Kulterer, der für den besagten Kredit verantwortlich war. Er selbst habe "fast wie ein Sekretär" das verschriftlicht, was Kulterer mit Sanader vereinbart habe. Sanader hört stoisch zu, nur zwischendurch schüttelt er den Kopf. Zwischenrufe sind zwecklos, das hat ihm Ivan Turudic, der Vorsitzende des Drei-Richter-Senates schon lautstark klargemacht. Kulterer hat sich schon zum zweiten Mal entschuldigen lassen. "Zeitmangel", begründete sein Anwalt in einem Brief.

Nach vier Stunden schleppt sich Sanader wieder aus dem Saal. "In der letzten Woche hat man ihn jeden Tag gefoppt. Einmal sagte man ihm, er komme aus dem Gefängnis, am nächsten Tag das Gegenteil", erzählt Sanaders Anwalt Cedo Prodanovic im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. "Wir sind zuversichtlich. Bis Weihnachten wird er frei sein."


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