Gerangel um Beteiligung am Nassfeld
Ihr Auftritt wird vor allem das Nassfeld interessieren: Martha Schultz, Tiroler Wirtschaftskammerpräsidentin und Mitglied der Tiroler Liftdynastie, tritt am Freitag bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Kärnten Werbung-Chef Christian Kresse und Liftbetreibern auf.

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Bekanntlich macht Bruder Heinz Schultz, der neben dem Mölltaler Gletscher und dem Ankogel auch einige Osttiroler Seilbahnen betreibt, keinen Hehl daraus, den 30-Prozent-Anteil der Hypo-Bank am Nassfeld erwerben zu wollen. Auch die verstaatlichte Bank möchte das Paket los- werden, weil Seilbahnbeteiligungen nicht zur Kernkompetenz der Bank gehören. Das aber ist nicht so einfach, da ein Vorkaufsrecht und vinkulierte Namensaktien den Verkauf verkomplizieren. Das heißt, dass ohne Zustimmung von 75 Prozent der Gesellschaftsanteile nichts verkauft werden darf. 33 Prozent an den Seilbahnen halten Arnold Pucher und Christof und Klaus Herzog - die von einem Verkauf partout nichts wissen wollen. Den Rest hält das Land Kärnten über die Kärntner Tourismusholding (KTH).
An Pucher vorbei
Jetzt - so scheint es - habe man eine Konstruktion gefunden, mit der man trotz vinkulierter Namensaktien den Anteil der Bank an Pucher & Co. vorbei verkaufen könne. Im Amtsblatt der Wiener Zeitung kündigt man den Verkauf der Hypo Vermögensverwaltung GmbH an. Hypo-Sprecher Dominic Köfner erklärt, dass man mit jedem verhandeln werde, der bis zum 15. November ein vernünftiges Angebot lege. "Bis dahin hat auch jeder Interessent die Möglichkeit, bei der Hypo Einsicht in die Bücher zu nehmen."
Dass der Nassfeld-Pionier Arnold Pucher seine Rechte mit Zähnen und Klauen verteidigen wird, ist so gut wie sicher. Er hat schon mehrmals angekündigt, dass er einen Verkauf wenn nötig auch mit einem Rechtstreit verhindern werde.
Mit dem geplanten Verkauf der Hypo-Anteile sind auch jene 33 Prozent, welche die Kärntner Tourismusholding hält, ins Gerede gekommen. Geschäftsführer Reinhard Zechner stellt klar: "Es gibt weder einen Anlass zu verkaufen, noch einen Interessenten." Momentan sei der Zeitpunkt für einen Verkauf ungünstig, vor allem aber sei die Entwicklung des Nassfeldes noch nicht abgeschlossen. Zechner: "Es gibt noch einige Hotelprojekte auf Kärntner Seite und das immer noch intakte Seilbahnprojekt auf italienischer Seite."
Das Nassfeld ist jenes Schigebiet, in dem sich das Land wohl am ausgiebigsten engagiert hat. Insgesamt sind 6,5 Millionen Euro an öffentlichen Geldern in das Schigebiet geflossen - mit einer beachtenswerten Entwicklung, was man nur von wenigen Schigebieten behaupten kann.













