Hypo: Grigg hat nur "durchgeblättert"
Noch im Herbst wird am Landesgericht Klagenfurt der dritte Hypo-Prozess stattfinden. Ermittler beleuchten Vorzugsaktien für Ingrid Flick und die Rolle von Kurzzeit-Chef Grigg.

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Die Ex-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger sowie Anwalt Gerhard Kucher und Steuerberater Hermann Gabriel müssen sich im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung 2004 in der Hypo-Leasing verantworten.
Parallel dazu beleuchten die Ermittler der Staatsanwaltschaft die Hintergründe der Kapitalerhöhung in der Hypo-Leasing im Jahr 2006. Besonderes Augenmerk wird auf jenen Vertrag gelegt, mit dem Milliardärs-Witwe Ingrid Flick Vorzugsaktien der Hypo-Leasing zeichnete. Am 31. Oktober 2006 wurde der Vertrag über die Vorzugsaktien unterschrieben. Für die Hypo setzten Josef Kircher - damals Leasing-Vorstand - und Siegfried Grigg die Unterschriften. Grigg war von der Grazer Wechselseitigen - damaliger Hypo-Miteigentümer - nach dem Swap-Skandal als Übergangsvorstand in die Hypo entsandt worden. "Ich habe die Dokumente kurz durchgeblättert und mein Augenmerk auf den Kaufpreis und den Käufer gerichtet", gibt Grigg in seiner Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft vor zwei Monaten an.
Was er nicht gesehen haben will: dass eben dieser Vertrag eine Put-Option zugunsten von Ingrid Flick enthielt. Damit wurde Flick das Recht eingeräumt, die Aktien jederzeit zu einem fixen Wert an die Hypo zurückzuverkaufen. Für Flick bedeutete das eine Minimierung des Risikos - für die Hypo, dass das so eingeholte Geld wohl nicht als Eigenkapital hätte ausgewiesen werden dürfen - wurde es aber. Gegen Grigg, Kircher und weitere Personen wird wegen des Verbrechens der Untreue und der Bilanzmanipulation ermittelt. Von Kircher wie auch von Wolfgang Kulterer, der bei der Vertragsunterzeichnung mit Flick anwesend war, fühlt sich Grigg "belogen". "Notar Kern war anwesend. Von Kern kam kein Hinweis, dass es Vereinbarungen gibt, die sich negativ auf die Eigenmittel-Anrechenbarkeit der Vorzugsaktien auswirken könnten", versucht sich Grigg zu rechtfertigen.
Doch dass der Deal den Hypo-Chefs schon zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung nicht geheuer gewesen war, geht aus der Einvernahme von Richard Kern, besagtem Notar, hervor, die der Kleinen Zeitung ebenso vorliegt. Kern: "Ich verwahrte die Vereinbarungen. Die Hypo wollte diese Urkunden nicht bei sich im Haus haben." Als im Jahr 2009 die Ermittler sich der Kapitalerhöhung 2006 zuwandten, vernichtete Kern die Verträge zwischen Hypo und Ingrid Flick.
In den Protokollen verstrickt sich Kern in Widersprüche. Letztlich soll ein Telefonat mit Kircher "der Anlass gewesen sein, die Urkunden zu vernichten."
Kircher selbst will sich zum Fall nicht äußern: "Ich kooperiere mit der Staatsanwaltschaft. Es wird sich hier aufklären, dass ich nicht rechtswidrig gehandelt habe." Indessen ist übrigens Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger mit seiner Anzeige gegen den Grazer Hypo-Anwalt Guido Held abgeblitzt.













