Kulterer wartet auf das Urteil
Der 29. März war für Wolfgang Kulterer einer der wenigen erfreulichen Tage in den letzten Monaten. Nach mehreren Verhandlungstagen im Landesgericht Klagenfurt sprach ihn Richter Wolfgang Jenny frei. Der Freispruch ist aber noch immer nicht offiziell.

Foto © EggenbergerWarten noch auf den schriftlichen Freispruch: Wolfgang Kulterer und sein Anwalt Ferdinand Lanker
Das Delikt der Untreue sei bei den Kreditvergaben an den Detektiven Dietmar Guggenbichler und die Pleite-Fluglinie Styrian Spirit nicht erfüllt. Lediglich für Staatsanwalt Andreas Höbl standen Schädigungsvorsatz und Schuld außer Frage. Entsprechend rief Höbl in letzter Minute "Nichtigkeitsbeschwerde" in den Schwurgerichtssaal und machte somit klar, dass über die Causa noch weitergeurteilt wird.
Doch seit dem 29. März wartet Kulterer immer noch auf sein Urteil. "Die Dauer ist ungewöhnlich, aber es hängt auch damit zusammen, dass das Urteil sauber ausgearbeitet werden muss. Schließlich werden in der Instanz nicht neuerlich Zeugen geladen", erklärt Gerichtssprecher Martin Reiter. Nächste Woche soll es aber zugestellt werden.
"Wir hätten das gerne abgeschlossen", ärgert sich Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker. Um einen Antrag auf Haftentschädigung zu stellen? "Das wird zwar sicher passieren. Das Geld - zwischen 20 und 50 Euro pro Tag der dreimonatigen U-Haft - wird Kulterer spenden", erklärt Lanker.
Im Oktober wird übrigens auch Kulterers Ex-Kollege im Hypo-Vorstand, Günter Striedinger, vor Gericht stehen - als Kläger wohlgemerkt. Er verlangt von der Hypo 140.000 Euro Schadenersatz. Kulterer ließ Striedinger Mitte 2006 nachspionieren - ausgerechnet von Detektiv Guggenbichler. Dessen Bericht sei laut Striedinger durch eine Indiskretion der Bank öffentlich geworden.













