CSI-Hypo soll Arbeit "zügig" beenden
Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo, Johannes Ditz, betont, dass die Kosten der Ermittlungsgruppe CSI-Hypo hoch sind. Ihre Arbeit soll in den nächsten Monaten "zügig beendet werden". Der Steuerzahler soll nicht nochmals zur Kassa gebeten werden.

Foto © Weichselbraun
Die eigens zur Aufarbeitung der Vorkommnisse rund um die notverstaatlichte Kärntner Hypo Alpe Adria Bank (HAAB) ins Leben gerufenen Ermittlungsgruppe "CSI-Hypo" soll ihre Arbeit in den nächsten Monaten "zügig beenden", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Hypo, Johannes Ditz, in einem Gespräch mit dem "Kurier" in der Freitagausgabe. Die Kosten der im März 2009 von Ex-Finanzminister Josef Pröll installierten CSI, die bisher mit insgesamt 18,4 Mio. Euro veranschlagt sind, seien relativ hoch und sollten nicht mehr überschritten werden.
Darüber hinaus erwartet der Aufsichtsrats-Chef vom Hypo-Vorstand bis September einen Bericht, der alle Systemschwächen der Bank aufzeigt und "aufklärt, wie es möglich war, dass man den Zusammenbruch der Bank nicht rechtzeitig erkannt hat", so Ditz weiter.
Rund 100 Personen
Die CSI Hypo, die rund 100 Personen - Finanz-, Steuer- und Rechtsexperten - umfasst, hat mehr als 100 Anzeigen gegen Ex-Manager der Hypo bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt eingebracht. Nur eine Anzeige - jene gegen Ex-Hypo-Vorstands-Chef Wolfgang Kulterer und zwei weitere Manager - kam zur Anklage. Sie endete mit Freisprüchen.
Nach Ende der Arbeit der CSI-Ermittler solle die Hypo selbst die Staatsanwaltschaft informieren, falls sie auf Ungereimtheiten in der Bearbeitung der Vergangenheit der Bank stoße, so Ditz.
Hauptgrund für den Zusammenbruch und die notwendige Verstaatlichung der Hypo ist für den Aufsichtsrats-Vorsitzenden, dass die Qualität des Managements mit dem Tempo des Wachstums nicht mitgehalten hat. Auch nach dem Einstieg der Bayrischen Landesbank sei die Bank sehr expansiv geblieben. Rund 30 Prozent der notwendigen Wertberichtigungen seien in der Ära der Bayern entstanden, 70 Prozent fußten auf Entscheidungen, bei denen die Kärntner Landesholding das Sagen hatte.
Bilanzsumme soll schrumpfen
In der Bank gehe es jetzt darum, alles zu tun, damit die Liquidität für den schrittweisen Abbau der staatlich garantierten Anleihen im Umfang von 20 Mrd. Euro gesichert werde. Bis 2017 müssten diese Anleihen der Hypo getilgt werden. Frisches Staatsgeld will Ditz keinesfalls mehr fordern, auch wenn das die Aufsicht zur Aufbesserung der Kapitalbasis gerne sehen würde. Bis 2015 soll die Bilanzsumme von derzeit 36 Mrd. Euro auf 25 Milliarden schrumpfen.
Die Steuerzahler sollen nicht nochmals zur Kasse gebeten werden. Dass die 800 Mio. Euro, die kürzlich ins Eigenkapital der Hypo gesteckt wurden, wieder verdient werden könnten, zeichne sich nicht ab. "Es ist dann möglich, wenn sich die Märkte deutlich erholen und das Management seine Strategie umsetzt", sagt Ditz.
Im ersten Halbjahr 2011 hält der Aufsichtsrats-Chef ein ausgeglichenes Ergebnis für durchaus realistisch. Die Bankgeschäfte am Balkan würden sogar ein "leicht positives Ergebnis" einbringen. An Vorsorgen für faule Kredite seien heuer 360 Mio. Euro veranschlagt. "Ungefähr damit sollte die Bank auskommen", sagt Ditz. Er hofft, dass "der Boden bei den Risikovorsorgen" gefunden ist.













