Staatsanwaltschaft äußert sich erstmals zu BayernLB-Anklage
Die acht ehemaligen Vorstandsmitglieder hätten der BayernLB einen Schaden von 550 Mio. Euro zugefügt. Der Prozess könnte im Herbst beginnen.

Foto © APA/Koch (Symbolbild)
Im Zusammenhang mit dem milliardenteuren Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria durch die Bayerische Landesbank hat die Münchner Staatsanwaltschaft sich erstmals offiziell zu den Anklagen gegen acht ehemalige Vorstandsmitglieder geäußert. Diese hätten sich über die im Rahmen des Erwerbsprozesses aufgedeckten Bedenken bewusst hinweggesetzt, teilte die Anklagebehörde am Mittwoch in München mit. Damit hätten sie das erforderliche Verfahren missachtet und der BayernLB einen Schaden von 550 Mio. Euro zugefügt.
Die Anklagen wegen Untreue und Korruption waren bereits am 25. Mai erhoben worden. Vier Angeklagten wird darüber hinaus Bestechung eines europäischen Amtsträgers in Zusammenhang mit dem vom ehemaligen Kärntener Landeshauptmann Jörg Haider geforderten Sponsoring für das Wörtherseestadion in Klagenfurt vorgeworfen. Sieben der acht Angeklagten hätten sich darüber hinaus einer weiteren Untreue schuldig gemacht. Im Dezember 2007, also sieben Monate nach dem Erwerb von gut 50 Prozent an der Hypo Alpe Adria, hätten sie weitere 3,33 Prozent an der Bank gekauft. Dies habe zu einem Schaden von weiteren 74 Mio. Euro geführt.
Für einen Prozess, der im Herbst beginnen könnte, legte die Staatsanwaltschaft dem Gericht neben den 474 Seiten der Anklageschrift weitere Informationen in 255 Aktenordnern vor.













