CSI-Hypo: Schelte für die Justiz
CSI-Hypo-Leiter Wolfgang Peschorn, hält den Gerichtsstandort Kärnten für die Aufarbeitung der Ungereimtheiten rund um die Hypo Alpe Adria Bank für ungeeignet. Rechtsanwaltskammer bezeichnet Aussage als "unqualifizierten Angriff".

Foto © APA/NeubauerLeiter der Sonderermittlertruppe CSI Hypo und Chef der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn
Dass an Kärntner Gerichten Rechtsanwälte, Ankläger und Richter "per Du" sind, irritiert Juristen aus anderen Bundesländern längst. Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur und Chef der CSI-Hypo, stoßen aber ganz andere Dinge am Justizsystem Kärntner Ausprägung auf. "Das Verfahren gegen Wolfgang Kulterer und Co war nicht fair - und zwar aus Sicht der Hypo Alpe Adria, die als Geschädigte beteiligt war", übt Peschorn Kritik und will die nächsten Anklagen am liebsten außerhalb des Bundeslandes verhandelt wissen. "Das Umfeld in Kärnten ist nicht geeignet, um einen komplexen Sachverhalt aufzuarbeiten", sagt Peschorn. Wobei der Generalverdacht nicht ausreicht, um Verfahren an andere Landesgerichte zu verlegen. Für Christian Liebhauser-Karl, Sprecher des Landesgerichts Klagenfurt, sind Peschorns Angriffe nur im Kontext des Freispruchs im Hypo-Prozess gegen Kulterer & Co verständlich. "Im Hypo-Bilanzfälschungsprozess und im AvW-Prozess haben wir gezeigt, dass wir Großverfahren durchführen können." Prozessbeobachter sehen die Schelte als Revanche an Hypo-Richter Norbert Jenny, der im Prozess die Ermittlungen der CSI-Hypo als mangelhaft kritisierte.
Übrigens: Ein Andienen an die neue Finanzministerin Maria Fekter war Peschorns Kritik nicht. "Ich bin gerade auf fünf Jahre wiederbestellt worden. Derlei Dinge habe ich nicht nötig."













