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Kulturer & Co droht noch mehr Ungemach Münchner HVB klagt Hypo Alpe Adria auf 460.000 Euro Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Hypo Alpe Adria Nächster Artikel Kulturer & Co droht noch mehr Ungemach Münchner HVB klagt Hypo Alpe Adria auf 460.000 Euro
Zuletzt aktualisiert: 15.03.2011 um 20:32 UhrKommentare

"Haider rief Kulterer an: Guggi braucht Geld"

Jörg Haiders Sprecher Stefan Petzner bestätigt vor Gericht in Klagenfurt dessen Intervention bei der Hypo für den "Guggenbichler-Kredit". Kulterer und Haider hätten sich aber nicht leiden können.

Stefan Petzner sagte am Dienstag im Hypo-Prozess aus

Foto © Kleine Zeitung/Markus TraussnigStefan Petzner sagte am Dienstag im Hypo-Prozess aus

Er genießt den Auftritt, folgt der Regie der Kameraleute, eine Pose hier, eine Handbewegung dort. Den wippenden Zeugensessel benützt er später wie ein Fitnessgerät. Aber Stefan Petzner kann seinen ehemaligen Chef (und Lebensmensch), "den Haider", Dienstag vor Gericht nicht in Schutz nehmen.

Der jetzt 30-jährige BZÖ-Nationalratsabgeordnete fühlt sich immer noch verpflichtet, glaubt, sich rechtfertigen zu müssen: "Ich will Haider nicht belasten. Aber ich stehe unter Wahrheitspflicht."

Am Tapet stand die Intervention Haiders bei Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer in Bezug auf einen 150.000-Euro-Kredit für Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler im Jahr 2005. "Guggi" bekam das Geld - ohne Sicherheiten. Er konnte es aber nicht ansatzweise zurückzahlen.

4000 Euro monatlich

Im Prozess gegen Kulterer und seine Vorstandskollegen soll Zeuge Petzner Dienstag sagen, wie groß Haiders Einflussnahme war. Er bestätigt: "Haider hat Kulterer angerufen und gesagt: ,Der Guggi ist eine Persönlichkeit, der kann auch dir und der Hypo nützlich sein. Jetzt braucht er Geld. Kannst du dir das anschauen?'" Nachdem Kulterer nach Sicherheiten gefragt habe, soll Haider versichert haben: "Guggi wird Aufträge von Land und BZÖ bekommen." Doch dazu kam es nicht. Laut Petzner forderte Guggenbichler ein eigenes Büro und monatlich 4000 Euro. "Ich hab dem Landeshauptmann gesagt, das ist politisch problematisch. Das fliegt auf", so Petzner.

Was Haider daraufhin getan habe, wisse er nicht. Die Tatsache, dass Haider des Öfteren bei Kulterer um Kredite gebeten hat, stellt Petzner als Alltäglichkeit dar: "Fragen'S einmal den Pröll, wie oft der bei der Hypo Niederösterreich etwas urgiert hat! Das Land war ja Mehrheitseigentümer bei der Bank, und da bestimmt man natürlich mit. Aber Haider und Kulterer mochten sich nicht. Kulterer war nicht Haiders Banker."

Ob Petzner bei einem Besuch Haiders in Guggenbichlers Wohnung dabei war, will Richter Norbert Jenny wissen. Petzner verneint: "Da war Haiders Referent Seppele dabei. Aber der hat die-selbe Bräune wie ich, vielleicht hat man uns verwechselt."

Nach Petzners Interview-beseeltem Abgang wurde gestern auch noch jener Hypo-Filialleiter vernommen, der den Kredit gewährt hat. Er fühlt sich unschuldig, empfand die Kreditvergabe als Auftrag Kulterers und erwähnte: "Zum Kreditgespräch kam Guggenbichler bewaffnet." Ex-Hypo-Leasing-Chef Josef Kircher entschlug sich der Aussage.

Quelle: APA

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Foto © Kleine Zeitung DIGITAL/Thomas M. Fian

Petzner im Fokus der MedienFoto © Kleine Zeitung DIGITAL/Thomas M. Fian

Detail am Rande

Die BayernLB fordert nach dem Milliardendesaster mit der Hypo Alpe Adria in Kärnten Schadenersatz von den einstigen Spitzen des Verwaltungsrats, dem ehemaligen bayrischen Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und dem Ex-Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser. Das teilte die Bank am Dienstag in München mit.

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Foto © Kleine Zeitung DIGITAL/Thomas M. Fian

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Hypo-III-Prozess: Haftstrafen für alle Angeklagten

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Serie "Die Akte Hypo"

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Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

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Grafik: Kärntens Finanzen

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