Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
20. Juni 2013 10:45 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Hypo-Task-Force zeichnet sich durch Verschwiegenheit aus Hypo Italien will man "lebendig stilllegen" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Hypo Alpe Adria Nächster Artikel Hypo-Task-Force zeichnet sich durch Verschwiegenheit aus Hypo Italien will man "lebendig stilllegen"
Zuletzt aktualisiert: 24.01.2011 um 18:28 UhrKommentare

BayernLB verklagt Ex-Vorstand auf 200 Mio. Euro

Die Landesbank habe jetzt gehandelt, "um den Zugriff auf die Vermögenswerte der Privatstiftung des früheren Risikovorstand Gerhard Gribkowsky zu sichern", sagte der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon in München.

Gerhard Gribkowsky

Foto © ReutersGerhard Gribkowsky

Die BayernLB hat ihren früheren Risikovorstand Gerhard Gribkowsky auf 200 Mio. Euro Schadenersatz verklagt. Schadenersatzforderungen gegen den früheren Landesbank-Chef Werner Schmidt und alle anderen damaligen Vorstände würden folgen.

Gribkowsky sitzt seit drei Wochen in Untersuchungshaft, weil er beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Landesbank 50 Mio. Dollar (36,8 Mio. Euro) Schmiergeld kassiert und in einer Stiftung in Österreich versteckt haben soll. Bisher schweigt er.

Die Landesbank war mit Spekulationen mit verbrieften US-Immobilienkrediten (ABS-Papiere) an den Rand der Pleite gebracht worden; mit dem Kauf der Kärtner Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 wurden weitere 3,7 Mrd. Euro in den Sand gesetzt. "Wir haben im Verwaltungsrat beschlossen, gegen sämtliche Ex-Vorstände der Landesbank Schadenersatzansprüche geltend zu machen - sowohl wegen der Pflichtverletzungen beim HGAA-Kauf als auch im Zusammenhang mit den ABS-Investments", sagte Fahrenschon dem "Münchner Merkur" (Dienstagausgabe). Die Klage gegen Gribkowsky sei jetzt als erste eingereicht worden, um sich den Zugriff auf dessen Millionenvermögen in Österreich zu sichern.

Bei dem früheren Landesbankchef Werner Schmidt und den anderen damaligen Vorständen sieht er dagegen keinen Zeitdruck, weil sie auf die Verjährung möglicher Ansprüche verzichtet hatten. Vor weiteren Klagen könne die Bank die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten, "wir haben dafür jedenfalls bis Mitte des Jahres Zeit", sagte der CSU-Politiker.

Weil jedes Vorstandsmitglied gesamtschuldnerisch für alle Schäden haftet, müssen auch sie mit einer Forderung über 200 Mio. Euro rechnen. Zahlen müsste am Ende wohl die Manager-Haftpflichtversicherung, die die Bank für ihre Vorstände abgeschlossen hat.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat Gribkowsky in seiner Privatstiftung "Sonnenschein" noch gut 25 Mio. Euro gebunkert, die er offenbar von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bekommen habe. Ecclestone dementierte das. Laut Münchner Staatsanwaltschaft hatte Gribkowsky die Formel-1-Anteile im Jahr 2006 "ohne eigene aktuelle Bewertung" verkauft und sich "für sein Entgegenkommen" heimlich 50 Millionen Dollar Honorar nach Österreich überweisen lassen.

Der 52-Jährige sitzt seit 5. Jänner wegen Verdachts der Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe in Untersuchungshaft. Bis vergangene Woche habe er sich nicht dazu geäußert, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger. Die österreichische Justiz sei um Rechtshilfe gebeten worden. "Die Ermittlungen laufen."

Der bayerische Grünen-Abgeordnete Eike Hallitzky sagte: "Der Verkauf der Formel-1-Rechte erfolgte unter Leitung Gribkowskys vermutlich mehrere hundert Millionen Euro unter Preis." Die Landesbank hatte die Rechte bei der Pleite von Leo Kirchs Medienkonzern 2002 als Sicherheit kassiert. Hallitzky warf dem Verwaltungsrat der Bank vor, 2006 dem Verkauf ohne neue Prüfung des Marktwerts zugestimmt zu haben.


KLEINE.tv

Wie geht es mit Hypo Alpe Adria Bank weiter?

Der Aufsichtsratschef der Hypo Alpe Adria Bank, Johannes Ditz ist am Mon...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang