Patt im Nassfeld-Poker: Hypo bleibt vorerst dabei
Kampf um "Geldmaschine" unter Bergbahnen prolongiert. Vorstand Gottwald Kranebitter geht selbst in den Seilbahn-Aufsichtsrat. Bank will Anteile mittelfristig doch nicht verkaufen. Arnold Pucher blitzt mit Wunsch, Landesanteile zu übernehmen, bei Tourismus-Holding ab.

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Zufrieden ist Reinhard Zechner, Chef der Kärntner Tourismus Holding (KTH), mit den aktuellen Kassaständen der Schigebiete, an denen die KTH beteiligt ist: "Alle im Plus", meldet er für Bad Kleinkirchheim (49 Prozent KTH-Anteil), Nassfeld (33 Prozent), Katschberg (30 Prozent) und Turrach (28 Prozent). Wobei es in Kleinkirchheim besonders gut laufe. Im Blickfeld steht aber einmal mehr das Nassfeld: Am 31. Jänner sagt in Triest die Regionalregierung Friaul-Julisch Venetiens unter Präsident Renzo Tondo je nach Ergebnis ihrer Expertenkommission Ja oder Nein zum Bau einer Talbahn von Pontebba auf das Nassfeld.
Auf dem Schiberg ist indes der Poker um Vormacht in der Nassfeld Pramollo Bergbahnen AG prolongiert. Die Hypo will jetzt doch nicht das Feld räumen, im Gegenteil: Vorstand Gottwald Kranebitter geht selbst für die Bank in den Aufsichtsrat der Seilbahn, an der sie zu knapp 30 Prozent beteiligt ist. "Es ist kein Verkaufsszenario in Planung", heißt es nun aus der Hypo, "wir wollen unseren Anteil mittelfristig nicht veräußern." Statt Abverkauf bleibt der Status quo.
Der Sinneswandel ist erklärbar. Mit fast 50 Prozent Eigenkapitalquote, 3,5 Millionen Euro Cashflow, was mehr als ein Viertel des Umsatzes ist, ist das Nassfeld derzeit die "Geldmaschine" unter Kärntens Bergbahnen.
Weshalb auch Seilbahn-Pionier Arnold Pucher, Christof und Klaus Herzog sowie die übrigen Grundbesitzer mit ihren 33 Prozent das Sagen behalten wollen. Puchers Vorstoß, auch die 33 Prozent des Partners Land zu übernehmen, prallt allerdings bei der Tourismus-Holding ab. "Ich empfehle dem Land, die Anteile nicht zu verkaufen, da die Entwicklung auf dem Nassfeld noch nicht abgeschlossen ist", sieht KTH-Chef Zechner das Nassfeld mit derzeit einer Million Nächtigungen im Jahr noch nicht am Plafond. "Ich kann warten", sagt Pucher. Von einem externen Investor verlangt Zechner: "Fokus auf die Region und eine Bonität, dass er aus Eigenem investieren kann. Sonst verkauft das Land die Anteile und muss wieder fördern."
Als 2003 Land und Bank helfend je ein Drittel übernahmen, musste die KTH 6,3 Millionen, die Hypo 6,0 Millionen Eigenkapital zuschießen, Puchers Gruppe 2,25 Millionen Euro.
Fördergeld fließt gerade bei den Hotels von Puchers Söhnen: Beim Ausbau des Hotels Sonnenalpe von Michael Pucher um 15 Millionen Euro setzt die KTH fünf Millionen. Beim Hotel Wulfenia, das Haubenwirt Arnold Pucher jun. führt, gibt es demnächst einen Fördergipfel, zuletzt gab das Land eine Garantie.
Im Tröpolach lässt hingegen die Hypo den Plan für ein 4-Sterne-Hotel fallen: "Ein 20.500 m2 großes Grundstück neben der Talstation steht zum Verkauf."













