Striedinger zeigte Hypo-Anwalt Held an
Der Ex-Vorstand will 3,2 Millionen Euro Schadenersatz wegen Ruf- und Geschäftsschädigung. Er sei von der CSI-Hypo "kriminalisiert" worden. Geschäfte mit Zagorec über "maximal 60 bis 70 Millionen Euro."

Foto © KLZ / Weichselbraun, ScheriauGünter Striedinger will nun Hypo-Anwalt Guido Held klagen
Günter Striedinger, Ex-Vorstand und Beschuldigter in der Causa Kärntner Hypo Alpe Adria Group, geht in die Gegenoffensive. Nach 20 Anzeigen des Anwaltes der Hypo, Guido Held, gegen ihn zeigte nun Striedinger seinerseits Held wegen Ruf- und Geschäftsschädigung an und fordert 3,2 Mio. Euro Schadenersatz, kündigte der Ex-Banker in einem Interview in der (morgigen) Samstagsausgabe des "Kurier" und der "Wiener Zeitung" an. Ansonsten beteuert Striedinger erneut seine Unschuld.
Als Grund für seine Millionenforderung gab Striedinger an, dass er von der CSI-Hypo "kriminalisiert" worden sei und deshalb ein Beratungsmandat in Kroatien verloren haben. Konkret geht es um den Verkauf der kroatischen Firmen AB Maris und Darija im Jahr 2010. An den beiden Immobilienprojekten hielt die Hypo einen Minderheitsanteil. Beim Verkauf wäre Striedingers Firma Rubicon ein Beratungshonorar von zwei Prozent des Gesamtpreises - eben jene 3,2 Mio. Euro - zugestanden, so Striedinger.
Über ihn würden "Schmutzkübel" ausgeschüttet, während die wahren Verantwortlichen des Hypo-Desasters "die Tage schön ausklingen lassen", sagte Striedinger. Entgegen anderen Behauptungen habe er selbst "in meiner Hypo-Zeit selbstverständlich niemals Zahlungen von irgendeinem Kunden erhalten. Es gab auch nie irgendwelche gemeinsamen Gesellschaften mit Kunden", erklärte der Ex-Banker.
Den kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec habe er 2004 "als Kunden kennengelernt", der "in höchsten Kreisen angesehen" gewesen sei. "Zagorec hat seine Geschäfte über die Hypo Liechtenstein abgewickelt, damit hatte ich in keinster Weise etwas zu tun", so Striedinger. "Kroatien vermutete 2007, als der Auslieferungsantrag für Zagorec an Österreich gestellt wurde, dass 260 Millionen Euro verschwunden seien", so der Ex-Banker. Die Konten von Zagorec in Liechtenstein seien inzwischen geöffnet, die Hypo habe mit ihm über Projektgesellschaften "Geschäfte über maximal 60 bis 70 Millionen Euro" gemacht, so der Ex-Hypo-Vorstand.
Auch Kreditvergaben ohne Genehmigung habe es unter seiner Ägide nie gegeben. "Ich kann nur sagen, ich habe ein absolut reines Gewissen: Solange ich in der Bank war, sind die Geschäfte ordentlich und korrekt gelaufen", meinte Striedinger.













