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Zuletzt aktualisiert: 04.01.2011 um 11:37 UhrKommentare

Karibik-Millionen könnten Schadenersatz auslösen

Bayerns Ministerpräsident Seehofer nennt neuen BayernLB-Skandal "Rückschlag" für die Staatsbank.

Foto © APA/Sujet

Die Münchner Justiz prüft, von wem jene 50 Millionen Dollar aus der Karibik kamen, die in eine Salzburger Stiftung ("Sonnenschein") des einstigen BayernLB-Risikovorstands Gerhard Gribkowsky geflossen sind. Gribkowsky ist einer der Ex-Vorstände, von denen der BayernLB-Aufsichtsrat Schadenersatz wegen des Milliardendebakels beim Kauf der Kärntner Hypo Alpe Adria will.

Laut "Frankfurter Rundschau" (Dienstag) könnten diese 50 Millionen (37,5 Mio. Euro) Dollar Schadenersatzforderungen auslösen. Die "Financial Times Deutschland" spricht von Bereicherung zum Schaden der Bank.

Nicht nur die Justiz, auch das von Georg Fahrenschon (CSU) geführte bayerische Finanzministerium will wissen, was es mit den 50 Mio. Dollar auf sich hat und ob sich daraus weitere Schadenersatzforderungen gegen Gribkowsky ergeben können.

Die BayernLB soll das jedenfalls nun prüfen. Fahrenschon ist Vorsitzender des Aufsichtssrats der Bank. Wichtig sind die Gelder der Stiftung Sonnenschein auch für die Frage, in welcher Höhe man Gribkowsky für die ihm zur Last gelegten Verfehlungen in Sachen Hypo Alpe Adria in Regress nehmen könnte. Die BayernLB musste die angeschlagene Hypo Alpe Adria Ende 2009 um einen Euro an die Republik Österreich abtreten.

Ungeachtet von Forderungen bayerischer Politiker, die BayernLB möge sich dieses Vermögen greifen, hatte Gribkowsky bei seinem Interview zu der Aufdeckerstory in der "Süddeutschen Zeitung" Ende Dezember erklärt, die BayernLB habe darauf weder Anspruch noch Zugriff. Er sei nicht sein Vermögen, sondern das der Stiftung. Und die sei dafür gedacht, Krebskranken zu helfen. In der Stiftungsurkunde ist Gribkowsky nach wie vor als "Begünstigter" genannt. Und für den karitativen Zweck gibt es die Stiftungstochter Aktion Zeitgeschenk GmbH - die hatte laut Jahresabschluss 2009 damals ein Vermögen von nur 33.717,44 Euro.

Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) drängt darauf, die neueste Affäre der Landesbank "so schnell wie möglich" aufzuklären. Seehofer sagte, der Vorgang sei "betrüblich" und ein Rückschlag für die Staatsbank.

Die "Süddeutsche" äußerte den Verdacht, Gribkowsky könnte das Geld auf Umwegen als Dankeschön von CVC oder Bernie Ecclestone beim Verkauf der Rennsportrechte erhalten haben. Insgesamt habe es sich um 50 Mio. Dollar gehandelt. Der heute 52-jährige Banker habe die aus der Karibik und von Mauritius transferierten Millionen in Österreich versteuert, wonach noch 25 Mio. Euro für seine 2007 gegründete Stiftung namens Sonnenschein übrig geblieben seien. Gribkowsky, der von 2002 bis 2008 BayernLB-Vorstand war, hat über den Vorgang bisher nicht öffentlich Stellung genommen, gegenüber der Staatsanwaltschaft aber dazu ausgesagt. Er bestreitet illegale Machenschaften.

Nun wird über die Hintergründe der späten Enthüllungen gerätselt: Im Umfeld der BayernLB spricht man von einem Zerwürfnis von Gribkowsky mit ehemaligen Vorstandskollegen, die möglicherweise die Tipps auf die Stiftung Sonnenschein und Zusammenhänge mit der Formel 1 geliefert hätten, so die "SZ". Gegen den Banker und seine ehemaligen Kollegen ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft seit langem im Zusammenhang mit dem Hypo-Alpe-Adria-Fehlkauf. Der BayernLB-Aufsichtsrat hat deswegen eine Schadenersatzklage gegen 8 frühere Vorstände, darunter Gribkowsky angekündigt. Wegen gegenseitiger Schuldzuweisungen in Sachen Hypo soll dieser mit Exkollegen im Clinch liegen, was ein Motiv für das Anschwärzen des Ex-Kollegen sein könnte, mitmaßen Bankkreise.

In der Causa Hypo muss er - ebenso wie der Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt - damit rechnen, 2011 auf der Anklagebank zu landen. Vorwurf: Sie hätten die Hypo Group Alpe Adria wissentlich überteuert gekauft und so der BayernLB schweren Schaden zugefügt. Die Anklage gegen Schmidt ist sicher, so die "SZ". Bis zu fünf Manager könnte es erwischen, Gribkowsky eingeschlossen.


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Analyse zum Styrian-Spirit-Urteil

Mit Schuldsprüchen und Haftstrafen von 2,5 bzw. 2 Jahren endete am Freit...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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