Wo ist der Geldkoffer in die Freiheit?
Der scheinbar mittellose Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer könnte gegen Bezahlung einer 500.000-Euro-Kaution aus der U-Haft entlassen werden. "Freunde" wurden als mögliche Zahler genannt. Am Donnerstag steht Kulterer jedenfalls vor dem Arbeitsgericht.

Foto © APAEx-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer
"Wolfgang Kulterer muss seine Wohnung verkaufen, um sich die Verteidigung im anstehenden Prozess überhaupt leisten zu können": Als sein Anwalt Ferdinand Lanker knapp nach Kulterers Verhaftung im August diesen Satz zu Protokoll gab, wunderten sich nicht wenige, wie ein - nach außen hin - erfolgreicher Banker nach mehreren Jahren im Geschäft scheinbar mittellos sein kann.
Mittellos oder doch nicht?
Jetzt beginnt in wenigen Tagen wohl wieder das Wundern. Nämlich darüber, wie schnell Wolfgang Kulterer es doch schaffen wird, 500.000 Euro aufzustellen. Denn genau diese Summe braucht er, um das Kapitel Untersuchungshaft hinter sich zu lassen. Seine Anwälte Ferdinand Lanker und Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer präsentierten gestern eine rechtskräftige Entscheidung des Oberlandesgerichts Graz, wonach Kulterer "gegen Gelöbnis und Leistung einer Kaution in Höhe von 500.000 Euro" aus der U-Haft entlassen werde.
Die Begründung entsprach haargenau jener Argumentation, mit der Lanker seit der Festnahme seinem Mandanten wieder auf freien Fuß verhelfen wollte: Kulterer sei eine besonnene Person, habe sein Leben lang nie zu Panikreaktionen geneigt - folglich sei auch keine Fluchtgefahr gegeben. Die ursprünglich argumentierte Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr sei nicht mehr gegeben.
Die alles entscheidende Frage ist nun freilich: Wer wird das Geld für Kulterer hinterlegen? Oder hat er gar selbst noch die Finanzkraft dazu? Lanker gab sich in einer ersten Reaktion abwartend: "Ich habe das Geld nicht und werde nun schauen, wie wir das machen können". Er sprach von Freunden und Bekannten als möglichen Zahlern. Faktisch könne Kulterer aber erst nach getätigter Überweisung die Justizanstalt verlassen.
"Dann kann er gehen"
"Wenn wir das Geld haben, kann er gehen", ließ ein Gerichtssprecher ausrichten. Was Kulterer dann als Erstes machen wird, steht auch schon fest: Eine Pressekonferenz geben, um sich öffentlich gegen die Vorwürfe der letzten Monate zu verteidigen.
Halb-öffentlich wird Kulterer bereits heute in Erscheinung treten: Gemeinsam mit Gert Xander und einem weiteren Ex-Hypo-Manager muss er sich vor dem Arbeitsgericht Klagenfurt mit einer Schadenersatzklage der Hypo auseinandersetzen.













