"Organisierte" Kreditvergabe
Bei der Haftprüfungsverhandlung am Montag wird nicht damit gerechnet, dass der festgenommene Ex-Vorstandschef der Kärntner Hypo, Wolfgang Kulterer, die Justizanstalt verlassen darf. Droht ihm eine Klage, Styrian- und Detektiv-Kredit zu zahlen?

Foto © EggenbergerIm Sommer 2005 hatten Jörg Haider und Styrian-Spirit-Chef Othmar Lenz große Pläne, Kärnten setzte drei Millionen, 2006 kam die Pleite
Eine halbe Milliarde Euro Verlust und acht Milliarden Euro faule Kredite - die tiefrote Halbjahresbilanz des neuen Hypo-Chefs Gottwald Kranebitter macht deutlich, in welchem Schlamassel die Hypo nach ihrer riskanten Expansion auf dem Balkan steckt. Zur Krise in Südosteuropa kommen mutmaßliche Deals mit Drogenbossen, Provisionen an Politiker und unrentable Projekte, wozu die CSI Hypo sogar die "Bildung einer kriminellen Organisation" untersucht. Mafia in Kärnten? Das Bild ist für das Land furchtbar. Höchste Zeit daher, dass am Freitag in Klagenfurt Staatsanwälte zum zweiten Mal mit Kollegen aus Zagreb zusammentrafen, um am Balkan aufzuklären.
Haftprüfungsverfahren
Denn bisher sitzt erst einer, Wolfgang Kulterer, und nicht wegen Bandenbildung, sondern weil Jörg Haider bei ihm - mutmaßlich erfolgreich - später ungedeckte Kredite für den Detektiv Dietmar Guggenbichler und für die Fluglinie Styrian Spirit "organisiert" haben soll. Dem sorglos nachzugeben wiegt für einen Bankdirektor schwer - mit dem Verdacht der Untreue, für die bis zu zehn Jahre Haft drohen. Vorerst ist Kulterer in U-Haft und unter Unschuldsvermutung. Bei der heutigen Haftprüfungsverhandlung wird aber nicht damit gerechnet, dass er die Justizanstalt verlassen darf.
Nach der Hypo-Ankündigung, dass Ex-Manager für Schäden geklagt werden, könnte Kulterer eine Klage drohen, den 150.000- Euro-Kredit, den der bankrotte Guggenbichler nicht abstottert, zu zahlen. Ebenso den Zwei-Millionen-Kredit für die Pleite gegangene Styrian Spirit.
Die Hypo würde so auch eine Polit-Bombe zünden. Eine Klage zu prüfen - von wem immer - wäre dann eventuell auch für damalige BZÖ- und SPÖ-Politiker, die am Faschingsdienstag im Feber 2006 in der Landesregierung für die im Juni 2005 erfolgte Drei-Millionen-Beteiligung des Landes an der Styrian Spirit das Geld aus dem Zukunftsfonds besiegelten. Auf Antrag der damaligen Landesholding im Dezember 2005. Im März folgte die Pleite. Nur Josef Martinz und die ÖVP hatten damals die Vorsicht, von Anfang an gegen Haiders Flieger-Abenteuer zu sein.













