Teure Kreditsanierung: Jeder vierte Euro faul
Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank hat nach weiterer Durchsicht ihrer Kreditbücher und Neuberwertung des Kreditrisikos heuer mit noch mehr faulen Krediten zu kämpfen als am Ende des Krisenjahrs 2009, als die Bank praktisch über Nacht verstaatlicht werden musste.

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KLAGENFURT/WIEN. Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria hat wieder ein tiefrotes erstes Halbjahr hinter sich, die im Vorjahr notverstaatlichte Bank gleicht weiter einem Fass ohne Boden: Weil Erträge ausblieben und noch immer faule Kredite in den Büchern auftauchen, schrieb die Hypo im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 449 Millionen Euro. Unterm Strich bleibt ein Nettoverlust von sogar 499 Millionen Euro übrig. Das hat mehrere Gründe:
Der Berg an faulen Krediten - die Rückzahlungen bleiben aus - ist seit Ende 2009 um 1,3 Milliarden Euro auf nun 8,27 Milliarden angewachsen. Damit sind 23 Prozent des gesamten Kreditbestands der Hypo "faul". Der Vorstand beziffert die Rate an solchen Krediten in den Kernländern - also in jenen Regionen, in denen die Bank nach dem eingeleiteten Schrumpfungsprozess bleiben will - mit 18 Prozent, in den Nicht-Kernländern mit 29. Die Risikovorsorgen konzentrieren sich vor allem auf Engagements in Südosteuropa. Diese Entwicklung ist durch das nach wie vor angespannte wirtschaftliche Umfeld in Südosteuropa verstärkt worden sowie durch die aktuelle Einschätzung über die in dieser Region erwartete verzögerte Erholung und die ausgetrockneten Immobilienmärkte. Die Risikovorsorgen für das Kreditgeschäft belasten das erste Halbjahr 2010 aus diesem Grund mit 667 Millionen Euro, nachdem sie für das gesamte Geschäftsjahr 2009 bereits 1,672 Milliarden Euro ausgemacht haben.
Kranebitter optimistisch
Hypo-Boss Gottwald Kranebitter gibt sich dennoch optimistisch: Dass sich der Verlust von der halben Milliarde bis Juni auf eine Milliarde für das gesamte Jahr 2010 verdoppeln werde, glaube er nicht. "Wir werden deutlich darunter liegen", sagt Kranebitter. Aus der Prognose für die Kreditrisikovorsorgen und Wertberichtigungen - die im Gesamtjahr rund eine Milliarde betragen dürften - leite sich aber ab, dass die Bank am Ende noch einen "deutlichen Verlust" erleiden werde.













