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Zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 um 15:29 UhrKommentare

Teure Kreditsanierung: Jeder vierte Euro faul

Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank hat nach weiterer Durchsicht ihrer Kreditbücher und Neuberwertung des Kreditrisikos heuer mit noch mehr faulen Krediten zu kämpfen als am Ende des Krisenjahrs 2009, als die Bank praktisch über Nacht verstaatlicht werden musste.

Foto © APA

KLAGENFURT/WIEN. Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria hat wieder ein tiefrotes erstes Halbjahr hinter sich, die im Vorjahr notverstaatlichte Bank gleicht weiter einem Fass ohne Boden: Weil Erträge ausblieben und noch immer faule Kredite in den Büchern auftauchen, schrieb die Hypo im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 449 Millionen Euro. Unterm Strich bleibt ein Nettoverlust von sogar 499 Millionen Euro übrig. Das hat mehrere Gründe:

Der Berg an faulen Krediten - die Rückzahlungen bleiben aus - ist seit Ende 2009 um 1,3 Milliarden Euro auf nun 8,27 Milliarden angewachsen. Damit sind 23 Prozent des gesamten Kreditbestands der Hypo "faul". Der Vorstand beziffert die Rate an solchen Krediten in den Kernländern - also in jenen Regionen, in denen die Bank nach dem eingeleiteten Schrumpfungsprozess bleiben will - mit 18 Prozent, in den Nicht-Kernländern mit 29. Die Risikovorsorgen konzentrieren sich vor allem auf Engagements in Südosteuropa. Diese Entwicklung ist durch das nach wie vor angespannte wirtschaftliche Umfeld in Südosteuropa verstärkt worden sowie durch die aktuelle Einschätzung über die in dieser Region erwartete verzögerte Erholung und die ausgetrockneten Immobilienmärkte. Die Risikovorsorgen für das Kreditgeschäft belasten das erste Halbjahr 2010 aus diesem Grund mit 667 Millionen Euro, nachdem sie für das gesamte Geschäftsjahr 2009 bereits 1,672 Milliarden Euro ausgemacht haben.

Kranebitter optimistisch

Hypo-Boss Gottwald Kranebitter gibt sich dennoch optimistisch: Dass sich der Verlust von der halben Milliarde bis Juni auf eine Milliarde für das gesamte Jahr 2010 verdoppeln werde, glaube er nicht. "Wir werden deutlich darunter liegen", sagt Kranebitter. Aus der Prognose für die Kreditrisikovorsorgen und Wertberichtigungen - die im Gesamtjahr rund eine Milliarde betragen dürften - leite sich aber ab, dass die Bank am Ende noch einen "deutlichen Verlust" erleiden werde.


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Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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