Bucher: "War nie bei Styrian Airways operativ tätig"
Auf Vorwürfe, dass er vom Risikogeschäft der Fluglinie gewusst haben soll, reagierte BZÖ-Chef Bucher am Dienstag. Als Aufsichtsrat bei Styrian Airways habe er sich damals lediglich mit der Kontrolle und Beratung des Vorstandes befasst.

Foto © APA/Techt (Archivbild)
BZÖ-Parteiobmann Josef Bucher hat am Dienstag betont, bei der Styrian Airways "nie" operativ tätig gewesen zu sein. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der heutige BZÖ-Chef Aufsichtsrat bei Styrian Airways gewesen war und dort vom Risikogeschäft gewusst haben soll. Bucher erklärte am Rande einer Pressekonferenz, dem Vorstand lediglich kontrollierend und beratend zur Seite gestanden zu sein.
Sich bei der Styrian Airways zu beteiligen, sei eine Entscheidung der damaligen Kärntner Landesregierung gewesen. Erst nach dieser sei er als Aufsichtsrat entsandt worden, so Bucher, der betonte: "Ich war nie operativ tätig." In drei Sitzungen sei darüber beraten worden, wie man das Unternehmen weiterführen könne. Andreas Staribacher (früherer SPÖ-Finanzminister, Anm.) habe der Fluglinie in einem Gutachten "Zukunftschancen" attestiert, zumal das Land Steiermark eine Finanzspritze in Aussicht gestellt hätte. Als sich die Steiermark jedoch zurückzog, hätten die Flieger nicht mehr abheben können, erklärte Bucher. Die Steiermark hatte nach der Pleite die Bildung einer Auffanggesellschaft mit öffentlichem Geld abgelehnt.
"Warnungen in den Wind geschlagen"Tatsache ist, dass bereits im Regierungsakt des damaligen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider zum Einstieg bei der steirischen Regionalfluglinie im Juni 2005 die drohende Insolvenzgefahr ausdrücklich erwähnt worden war. Wörtlich hieß es da: "Übereinstimmung wurde dahingehend erzielt, dass sich das Unternehmen aktuell in einer sehr schwierigen Lage befindet, insbesondere da das Eigenkapital zur Gänze aufgebraucht ist und die Zahlungsfähigkeit ohne die Zufuhr von frischem Eigen- und/oder Fremdkapital nicht aufrechterhalten werden kann, sodass der Fortbestand des Unternehmens akut gefährdet ist." Haider schlug diese Warnungen in den Wind und meinte nach erfolgtem Beschluss nur: "Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben." Die Fluglinie überlebte nach dem Einstieg Kärntens gerade einmal neun Monate, am 24. März 2006 war Schluss.
Bucher war 2005 Aufsichtsratsvorsitzender der Kärntner Tourismusholding und später bei der Styrian Airways. Die Tourismusholding investierte drei Mio. Euro in die Fluglinie. Die Kärntner Hypo gewährte - mutmaßlich auf Verlangen Haiders - einen Überziehungsrahmen von zwei Mio. Euro. Beide verloren den größten Teil des Geldes. Dieser Hypo-Kredit soll laut Medienberichten einer der Gründe für die Festnahme des Ex-Bankchefs Wolfgang Kulterer vor eineinhalb Wochen gewesen sein.













