Wie Jörg Haiders Fluglinie abstürzte
An Styrian Spirit, die Kulterer in Haft brachte, wollten Klasnic und Voves Steiermark beteiligen.

Foto © Mit 44 Millionen Euro Schulden meldete die Styrian Spirit Konkurs an
Der Styrian Spirit ging es mehr schlecht als recht. Noch gehörte die kleine Fluglinie privaten Investoren, vor allem steirische Wirtschaftskapitäne. Darunter die HGI-Gruppe um Magna-Chef Siegfried Wolf, der dieser Tage angeblich zum Deripaska-Autokonzern Gaz wechseln soll. Da traf es sich gut, dass ein Mann ganz versessen darauf war, ins Fluggeschäft einzusteigen und den Steirern zu helfen: Jörg Haider. 2005 zwang der verstorbene Kärntner Landeshauptmann per Weisung die Kärntner Tourismusholding dazu, bei der Styrian Spirit mit drei Millionen Euro einzusteigen, das Land Kärnten war fortan mit 42,55 Prozent größter Eigentümer. Der BZÖ-SPÖ-Regierungsbeschluss dafür fiel am Faschingsdienstag - Lei-Lei lässt grüßen.
Zwei Millionen Euro fehlten
Doch die drei Millionen reichten nicht, obwohl es ein positives Gutachten der Wiener Steuerberatungskanzlei Confida gab, deren Chef Karl-Heinz Moser Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Alpe Adria war. Für fehlende zwei Millionen Euro suchte man dringend Investoren. Dass sich auf Wunsch Haiders die Hypo beteiligt, wies deren damaliger Vorstand Wolfgang Kulterer zurück: "Wir steigen definitiv nicht bei der Styrian Spirit ein. Es ist unser Geschäft, Flugzeuge zu finanzieren, nicht zu besitzen." Irgendwann muss Haider Kulterer dann aber dazu gebracht haben, die zwei Millionen Euro als Kredit zu gewähren.
Ging ins Auge
Doch es ging alles ins Auge. Ein Einstieg des Landes Steiermark platzte. Dabei lag den Gremien der Styrian Spirit eine Absichtserklärung vor, die von Waltraud Klasnic und Franz Voves unterzeichnet war. Vorbehaltlich einer Prüfung wollten die Steirer mitmachen. Doch deren Ergebnis war desaströs: 2005 flog die Fluglinie zwölf Millionen Euro Verlust ein. Im März 2006 musste Konkurs angemeldet werden mit 44 Millionen Euro Verbindlichkeiten.
Die drei Millionen Euro des Landes Kärnten waren futsch, ebenso das Geld der steirischen Wirtschaftsleute und anderer Aktionäre, darunter Haiders Ex-Sekretär Gernot Rumpold. Die Hypo verlor ihren Zwei-Millionen-Kredit und Wolfgang Kulterer dafür nun wegen "systematischer Misswirtschaft" die Freiheit.













