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Zuletzt aktualisiert: 14.08.2010 um 22:09 UhrKommentare

Nun Pflichtverhör über Kreditvergaben

Ex-Hypo-Chef nach zweitägiger Einvernahme in der Justizanstalt. Richter entscheidet am Sonntag oder Montag über eine U-Haft. Die in Villach verhaftete Mitwisserin ist frei.

Als "extrem kontrolliert" bezeichnen die Ermittler Kulterer bei den Einvernahmen

Foto © APAAls "extrem kontrolliert" bezeichnen die Ermittler Kulterer bei den Einvernahmen

In der Justizanstalt Klagenfurt ist am Sonntag nicht mit Sonntagsruhe zu rechnen. Für einen prominenten Insassen ist zu prüfen, ob er bleiben muss oder wieder auf freien Fuß kann. Der Staatsanwalt und die Mitglieder der SOKO Hypo rechnen mit U-Haft, der Rechtsanwalt glaubt, seinen Klienten freizubekommen. Ein Richter entscheidet am Sonntag oder Montag, ob über Wolfgang Kulterer die Untersuchungshaft verhängt wird oder ob er freikommt. Im Visier steht laut SOKO Hypo die Vergabe von Krediten in Kulterers Hypo-Ära. "Systematische Misswirtschaft", nennt es ein Ermittler.

Kulterer beim Pflichtverhör

Seit seiner Festnahme am Freitag - laut Protokoll um 7.40 Uhr - in der Tiefgarage seiner Kreuzbergl-Wohnung in Klagenfurt wurde Kulterer von Polizisten und Staatsanwälten einvernommen. Die 48-Stunden-Frist für diese Verhöre nutzte man in der Bundespolizeidirektion Klagenfurt am Samstag bis in die Abendstunden. Start war bereits um 7 Uhr früh. Ab der - mittlerweile erfolgten - Einlieferung in die Justizanstalt am Heuplatz muss binnen 48 Stunden entschieden werden, ob über Kulterer die Untersuchungshaft verhängt wird. Zuvor muss er, in Begleitung seines Anwaltes, zum Pflichtverhör. Der Richter bewertet dabei die bisherigen Ermittlungsergebnisse. Unterlagen, die bei den Hausdurchsuchungen am Freitag sichergestellt wurden, fließen ebenso ein.

Anwalt wähnt keine U-Haft

Kulterers Rechtsanwalt Ferdinand Lanker erklärte am Samstag im ORF Kärnten, dass er nicht mit U-Haft für den Ex-Hypo-Chef rechne. Bei den Razzien hätten die Ermittler laut Lanker nur Kopien der ohnehin schon bekannten Akten zu den Swap-Verlusten gefunden. Hingegen geht der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Helmut Jamnig, davon aus, "dass der Richter den Antrag der Staatsanwaltschaft auf U-Haft stattgeben wird. Die Haftgründe Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr sind aus unserer Sicht begründet und gleichberechtigt angemessen."

Keinen Haftgrund fanden die Ermittler hingegen bei der Freitag früh in Villach festgenommenen Frau. Sie wurde noch am Freitag gegen 18.30 Uhr wieder freigelassen. Sie soll als Mitarbeiterin Kulterers zeichnungsberechtigt gewesen sein - allerdings nicht bei der Hypo. Wo und wann ist offen. Die Staatsanwaltschaft, die die Frau erst in Gewahrsam genommen hatte und dann wieder laufen lassen musste, schweigt zu der Causa.

Kredite im Visier

Als Beispiel für die "systematische Misswirtschaft" nennen die Ermittler zahlreiche Kreditvergaben der Hypo aus der Ära Kulterer. Demnach seien Kredite ohne ausreichende Besicherungvergeben worden. Konkret etwa der "Guggenbichler-Kredit". Der berüchtigte Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler erhielt von der Hypo einen 150.000-Euro-Blanco-Kredit. Die von der Hypo selbst Mitte April erfolgte Anzeige gegen Kulterer liegt der Kleinen Zeitung vor. Daraus geht hervor, dass die mangelnde Bonität (Rating-Klasse 4a) offensichtlich durch die Intervention von Landeshauptmann Jörg Haider bei Kulterer selbst beseitigt wurde. Ein Vermerk, unterfertigt von Kulterer, regelt den Fall, dass der Privatdetektiv seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt: Dann würde die Hypo International den Schaden tragen. Guggenbichler meldete vor rund einem Jahr Insolvenz an, der Schaden für die Bank beträgt 180.000 Euro. "Und das ist kein Einzelfall", so ein Ermittler.

ADOLF WINKLER, THOMAS CIK

Kommentar

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Analyse zum Styrian-Spirit-Urteil

Mit Schuldsprüchen und Haftstrafen von 2,5 bzw. 2 Jahren endete am Freit...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

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Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

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