Kontenöffnungen bei Hypo-Liechtenstein-Tochter
In der Causa der Kärntner Hypo Group Alpe Adria ist in Liechtenstein Bewegung gekommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Klagenfurt werden Konten der Bankentochter Hypo-Liechtenstein geöffnet.

Foto © Helmuth Weichselbraun
Bei der derzeit in Auflösung befindliche Bankentochter Hypo-Liechtenstein werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Klagenfurt Konten von Gesellschaften und Stiftungen der in der Hypo-Causa Beschuldigten geöffnet, berichtete der "Standard" in seiner Freitagausgabe. Ein entsprechenden Beschluss des Fürstlichen Landgerichts stammt vom 15. Juli.
Unterlagen beschlagnahmt
Derzeit würden alle Unterlagen beschlagnahmt und nach Klagenfurt geschickt. Die Justiz versuche über Liechtenstein den Verdacht zu erhärten, dass die Banker "im Zusammenwirken mit Projektentwicklern Finanzierungen für den Ankauf von Liegenschaften und Bauprojekte gewährten, obwohl sie wussten, dass die Mittel nicht dem Wert ... der geplanten Projekte entsprachen oder Gelder abgezweigt wurden", zitiert der "Standard". Konkret gehe es um die kroatischen Tourismusprojekte Rezidencija Skiper, AB Maris und das serbische Bauprojekt Blok 67.
Es bestehe "der konkrete Verdacht, dass Finanzierungsmittel abgezweigt und die Beteiligungskonstruktion gewählt wurde, um den hinter diesen Projekten stehenden Personen Gelder zufließen zu lassen, die ihnen nicht zustehen." Die Vorwürfe richteten sich gegen Ex-Managern und Ex-Kunden der Bank wie Wolfgang Kulterer, Thomas Striedinger, Vladimir Zagorec oder ihre Geschäftspartner Hermann Gabriel und Gerhard Kucher, berichtet die Tageszeitung. Für alle gilt die Unschuldsvermutung, die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.
Weitere Vorwürfe
Ein zweite Vorwurf dreht sich um die Kapitalerhöhungen von 2004 und 2006. Der Verdacht: "Die Zeichner der Wertpapiere haben für deren Erwerb unter Zwischenschaltung der Hypo Liechtenstein Kredite bekommen und in Folge ... die Differenz zwischen niedrigen Kreditzinsen und höheren fixer Wertpapierzinsen abschöpfen können" und zwar "immer zulasten der Bank", so der "Standard".
Die Hypo-Liechtenstein gehörte einst zu 100 Prozent der Kärntner Bank, nach dem Einstieg der BayernLB im Jahr 2007 wurden 51 Prozent verkauft.













