Grieche wollte Hypo kaufen
Die Hypo muss sich mit einigen dubiosen Kaufinteressenten herumschlagen. Auf der Interessentenliste scheint beispielsweise der griechische Investor Vasileios Xeniadis mit seiner Blue Note Shipping CO auf, der auf der "Schwarzen Liste" steht.

Foto © EderDas Stadtpark Center Spittal hat die Hypo kurz nach der Eröffnung im Jahr 2007 gekauft. Jetzt soll es wie alle anderen Immobilien und Beteiligungen verkauft werden. Dies jedoch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt
Pech für die Hypo, dass sie gerade zum ungünstigsten Zeitpunkt ihre Immobilien verkaufen muss. Die Preise sind im Keller und seriöse Interessenten, die derzeit Golfplätze, Beteiligungen an Hotels, Kaufhäuser und Bankfilialen kaufen wollen, sind rar.
"Wir sind kein Schnäppchenladen", hat kürzlich Hypo-Vorstand Gottlieb Kranebitter versichert. Dennoch muss sich die Bank im Verkaufsprozess auch mit Interessenten herumschlagen, deren Reputation nicht die beste ist. Auf der Interessentenliste scheint beispielsweise der griechische Investor Vasileios Xeniadis mit seiner Blue Note Shipping CO auf. Er würde sich nicht nur gerne die beiden Golfplätze Seltenheim und Finkenstein einverleiben, sondern auch die Lamplhof-Liegenschaft in der ersten Reihe am Wörthersee sowie als krönende Draufgabe das Schlosshotel Velden. Alles in allem 90 Millionen Euro für das Gesamtpackage - wahrlich ein Schnäppchen. Neben der Tourismusbeteiligung hat der Grieche laut Wirtschaftsblatt auch gleich ein Angebot für den Kauf der gesamten Bank abgegeben. Der Vertreter des Investors in Österreich, Gernot Pointner, beklagt indes, dass die Hypo diesem Angebot nicht nähergetreten sei, ja dieses sogar ignoriert habe.
Die Zurückhaltung der Hypo für das griechische Angebot ist verständlich. Wenn man sich im Internet über die in Piräus ansässige Firma Blue Note Shipping CO schlaumacht, stößt man alsbald auf eine "Schwarze Liste". Der britische Rohstoffhändler Riess International Ltd. warnt vor der Unzuverlässigkeit des Griechen. "Herr Vasileios Xeniadis hielt keine Absprachen ein und war nicht in der Lage, Ware nachzuweisen. In einer 13-tägigen Hinhaltetaktik mit verbindlichen Zusagen passierte nichts. Aufgrund des Verdachtes, dass es sich um einen Fake handelt, brachen wir jede Kommunikation ab. Hiermit möchten wir andere dringend warnen", heißt es bei Riess International.
Kranebitter dürfte längst gewarnt sein. Er äußert sich nicht zu dem griechischen Investor. Nur so viel: "Die Bank schließt niemanden aus. Jeder, der ein seriöses Angebot legt, wird entsprechend in den Verkaufsprozess einbezogen", heißt es aus der Hypo. Man sei auch um maximale Transparenz bemüht.
Einkaufszentrum ade
Seriösere Interessenten wünscht sich die Hypo auch bei der Filiale an Wiens erster Adresse am Stock-im-Eisen-Platz, für das Bürohaus in Klagenfurt und für das Stadtpark Center Spittal, das die Bank 2007 vom Errichter und Eigentümer Andreas Kulmitzer erworben hat. Nun bietet die Bank das City Center, wie auch andere Immobilien, per Inserat an. Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer reagierte überrascht auf die Neuigkeit, meinte aber: "Den Kunden ist es wohl einerlei, wer dahintersteht. Hauptsache, das Stadtpark Center wird so weitergeführt, wie bisher."













