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Zuletzt aktualisiert: 23.06.2010 um 05:41 UhrKommentare

Hypo-Affäre: Ermittler im Clinch

Statt im Milliarden-Skandal Ergebnisse zu präsentieren, geht die Rivalität der Hypo- Ermittler weiter: In Polizeizeitung wird "CSI Hypo" massiv kritisiert.

Rivalität statt Teamarbeit: "CSI Hypo", von Finanzminister Josef Pröll (links) ins Leben gerufen, und die "Soko Hypo", geleitet von Staatsanwalt Gottfried Kranz

Foto © DAVID BAUER, WEICHSELBRAUN, KLZ/KOSCHER Rivalität statt Teamarbeit: "CSI Hypo", von Finanzminister Josef Pröll (links) ins Leben gerufen, und die "Soko Hypo", geleitet von Staatsanwalt Gottfried Kranz

Ungeduldig wartet die Öffentlichkeit auf Ergebnisse der Ermittlungen rund um den Hypo-Skandal. Immerhin sind damit vielversprechende Sondereinheiten, wie die "Soko Hypo" und das "CSI Hypo", beschäftigt. Die "Soko Hypo" besteht aus rund 15 Kriminalisten, die unter der Leitung der Staatsanwaltschaft tätig sind. Das "CSI-Hypo" wurde von Finanzminister Josef Pröll ins Leben gerufen und soll aus 100 Experten bestehen! Doch anstatt mit Fakten aufzuwarten, liegen sich die beiden Sondereinheiten seit Monaten in den Haaren. Jetzt ist der Konflikt um eine Facette reicher: Die Polizei übt in ihrer aktuellen Zeitschrift "kripo.at" scharfe Kritik an der Arbeit der "CSI Hypo". So heißt es etwa, dass diese Sonderkommission "nicht gerade hilfreich ist" und die Polizeiarbeit behindere. Konkret: "Man schüttet die ermittelnden Beamten der Soko mit unnötigen (bisher 31) Anzeigen über Sachverhalte zu, die sowieso im Ermittlungsverfahren bekannt sind und behandelt werden." Weiters heißt es: "Man scheint auch wenig Ahnung, was CSI (Crime Scene Investigation) überhaupt heißt, zu haben, denn Tatortarbeit macht die "CSI Hypo" sicher nicht. Auch die Auswahl des juristischen Leiters, des Grazer Rechtsanwalts Guido Held, irritiert, denn dieser trat vor der Causa als Anwalt der Bank auf."

Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft, zeigt sich überrascht von dem Artikel und will diesen eigentlich nicht kommentieren: "Wir beteiligen uns nicht an Spielchen, für uns steht die ergebnisorientierte Arbeit im Vordergrund." Den Vorwurf, dass die Beamten mit unnötigen Anzeigen zugeschüttet werden, bestätigt er aber. "Ja, es gibt Anzeigen, die bereits Gegenstand von Ermittlungen sind." Ob es inzwischen eine Zusammenarbeit mit der "CSI Hypo" gibt? "Im Wege der Amtshilfe werden mit der Behörde Kenntnisse ausgetauscht", sagt Jamnig. "Wer immer ,CSI Hypo' ist, es ist nicht die Polizei. Es ist eine Einrichtung des Finanzministeriums." Siehe auch Seiten 30/31

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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