Tilo Berlin intervenierte für Hypoverkauf an die Bayern
Ein Brief zeigt, wie Tilo Berlin bei Haider- und Martinz-Berater Dietrich Birnbacher für einen Verkauf der Hypo an die Bayern intervenierte.

Foto © WEICHSELBRAUN, EGGENBERGER Berlin an Birnbacher: "Es wäre unklug den künftigen Partnern den Appetit zu verderben"
Vor mehr als drei Jahren wurde der Verkauf der Hypo Alpe Adria an die BayernLB erstmals öffentlich bekannt gegeben. Was sich in diesen Tagen im Hintergrund abspielte, kommt allerdings erst jetzt nach und nach ans Licht.
Am 15. Mai 2007 gab Dietrich Birnbacher - wie berichtet - seine schriftliche Expertise zum Hypo-Vertrag ab. Doch wenngleich Birnbacher in dem an Josef Martinz und Jörg Haider gerichteten Schreiben eine eindeutige Verkaufsempfehlung abgab, dürfte die Sache zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelaufen sein. Drei Tage später, am 18. Mai, wandte sich Berlin schriftlich an Birnbacher um für die Bayern Stimmung zu machen. "Ich höre mit Schrecken, dass es auf Landesebene wohl Überlegungen gibt, ernsthaft über alternative Käufer nachzudenken", leitet Berlin sein Schreiben an Gagen-Millionär Birnbacher ein.
“Kurzes Glücksfenster“
Für Berlin und Co. käme ein Verkauf an den Raiffeisensektor ebenso wenig infrage, wie an das Sparkassenlager, führt er weiter aus und erklärt, dass diese Varianten bereits seit Monaten (!) ausgeschieden sind. Auch wirft Berlin ein, dass es sehr unklug wäre, "den künftigen Partnern in irgendeiner Form den Appetit zu verderben. Das Fenster des Glücks ist kurz und klein, wenn es nicht erkannt wird, wäre damit zumindest für das Land und die Bank nachhaltiger Schaden unvermeidbar." Abschließend bittet Berlin in dem Schreiben, das im "Wirtschaftsblatt" veröffentlich wurde, um die unverzügliche Weitergabe "unserer eindeutigen Haltung" - eindeutiger kann man wohl nicht intervenieren.
Was sich in den folgenden Tagen abspielte, wird wohl bis auf Weiteres ein Geheimnis zwischen Birnbacher und Berlin bleiben. Birnbacher lässt ausrichten, dass bei ihm keine "verbale Inkontinenz" vorliege, er also lieber schweigt, als zum massiven Vorwurf mangelnder Objektivität Stellung zu nehmen.













