Kulterer: "Zagorec war ein Striedinger-Mann"
Wolfgang Kulterer, am Mittwoch im Hypo- U-Ausschuss, belastete bei seiner Einvernahme beim Staatsanwalt seinen Ex-Vorstandskollegen Günter Striedinger schwer.

Foto © APA2007 stand Kulterer schon einmal vor einem Hypo U-Auschuss im Kärntner Landtag
Am 7. Juli 2007 stand Wolfgang Kulterer schon einmal vor einem Hypo-Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtages. Damals dachte man, die Hypo Group Alpe Adria sei zu billig an die BayernLB verkauft worden. Morgen, Mittwoch, ist Kulterer abermals ein Kronzeuge vor einem neuen Hypo-U-Ausschuss. Diesmal soll die Bank zu teuer an die BayernLB verkauft worden sein, was die Staatsanwaltschaft München untersucht, und es geht ums Eingemachte: wie die Hypo durch Malversationen geschädigt wurde und an den Rand des Ruins geraten konnte.
Bei der Soko Hypo
Ausführlich einvernommen worden ist Kulterer bereits von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt im Beisein von Beamten der Soko Hypo. Dabei belastete Kulterer seinen langjährigen Vorstandskollegen Günther Striedinger. Gegen Striedinger und andere Bank-Verantwortliche sowie gegen den kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec und den Geschäftsmann Miro Oblak ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue-Verdachts. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
"Zagorec war ein Striedinger-Mann", gab Kulterer bei der Einvernahme an, in der er vom zunehmenden Misstrauen berichtet, das ihn bei großen Kroatien-geschäften, für die Striedinger zuständig war, beschlich. Es ging so weit, dass Kulterer einen Sicherheitsexperten bei der Grawe in Kroatien einschleuste, der sich Hypo-Geschäfte vor Ort anschauen wollte. "Das war der Anlass für massivste Diskussionen. Striedinger warf mir mangelndes Vertrauen vor."
Erst nach und nach sei man draufgekommen, dass sich bei wenigen Kunden Klumpenrisiken bis über 100 Millionen Euro angesammelt hätten. Bei einzelnen Immobiliengeschäften an der Adria seien Finanzierungen erfolgt, noch ehe Bauwidmungen vorlagen. Kulterer fiel auf, dass da "immer die gleichen Leute" dahinter standen. In einem konkreten Fall legt Kulterer dar, dass die Finanzierungszusage bereits erfolgt war, ohne dass die erforderlichen Unterlagen eingebracht waren. Er hätte sich "im Kreditausschuss gegen die Gewährung einer solchen Finanzierung ausgesprochen, wenn mir die Fakten . . . bekannt gewesen wären."
"Ich wusste gar nicht, dass Kulterer gar nichts gewusst hat", hat Striedinger darauf im "Wirtschaftsblatt" geantwortet. Alle Kreditanträge seien von den zuständigen Abteilungen der Bank aufbereitet und in den Gremien entschieden worden. "Dass Kulterer nach mehr als zehn Jahren an der Spitze der Bank nichts mitbekommen haben will, kann wohl niemand glauben", wies Striedinger alles zurück.
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"Zeugenschwund"
Der für Mittwoch geladene Zeuge Sven Hauke entschuldigte sich, dass er wegen der bevorstehenden Entbindung seines Kindes der Ladung als Zeuge vor den U-Ausschuss nicht Folge leisten kann. Das ließ Ausschuss-Vorsitzender Rolf Holub Dienstag in einer Aussendung mitteilen. Wolfgang Kulterer wird um 13 Uhr aussagen.













