Fall Zagorec: "Weisung für Lösegeld"
Hypo Kroatien wollte Lösegeld an Zagorec nicht finanzieren, "dann gab Klagenfurt schriftliche Weisung". Striedinger dementiert.

Foto © APAEhemalige Geschäftspartner im Visier der Justiz: Vladimir Zagorec (links) und Günter Striedinger
Zu den schillerndsten Skandalfällen der Kärntner Hypo Alpe Adria gehört ihre Geschäftsverbindung zum kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec. Er sitzt derzeit in Zagreb wegen angeblich entwendeter Edelsteine im Wert von fünf Millionen Dollar aus Staatsbesitz eine siebenjährige Haftstrafe ab.
Gegen Zagorec, sowie die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger und Josef Kircher ermittelt aber auch die Kärntner Justiz. Die Hypo hat sie alle wegen Geldwäsche-Verdacht angezeigt, es gilt die Unschuldsvermutung. Dabei geht es um Hypo-Finanzierungen für die Zagorec-Firma Sambuca via Liechtenstein, unter anderem für ein Tourismusprojekt auf der Insel Hvar. Der jahrelang für Kroatien zuständige Hypo-Vorstand Striedinger weist den Geldwäsche-Vorwurf zurück: "Das ist alles schon einmal von der Justiz geprüft und niedergelegt worden."
Entführung
Schon zu Beginn der Kundenbeziehung des ehemaligen Waffenbeschaffers der kroatischen Kriegsarmee zur Hypo stand ein Kriminalfall, damals mit Zagorec als Opfer. Im Februar 2004 war sein 16-jähriger Sohn Tomislav entführt und nach vier Tagen freigelassen worden -nachdem Zagorec 750.000 Euro bar an die Entführer gezahlt hatte. Als Entführer zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde 2006 Hrvoje Petra. Ihn hatte man in Athen geschnappt, gesucht war er auch als angeblicher Fluchthelfer des zahlreicher Kriegsverbrechen beschuldigten kroatischen Ex-Generals Ante Gotovina. Im Entführerprozess packte Petra dann die Geschichte aus, die auch Zagorec in Haft brachte: Als Zagorec den Posten des Vize-Verteidigungsministers räumte, soll er Rubine aus dem Ministerium-Safe mitgenommen haben, mit denen man Raketenabwehrsysteme kaufen wollte.
In diesem Umfeld also kam die Hypo ins Geschäft, als Zagorec eilig Geld für die Entführer benötigte. "Walter Wolf hat uns Zagorec vorgestellt. Die Hypo Kroatien hat mit ihm aber kein Projekt finanziert. Das kam immer aus Klagenfurt", sagt der Ex-Vorstand der Hypo Kroatien, Heinz Truskaller. Auch das Lösegeld wollte die Hypo Kroatien nicht aufstellen.
"Ich habe davor gewarnt, dass die Bank dann in Verbindung mit einem Kriminalfall gebracht wird", so Truskaller. "Dann kam aber die Anweisung aus Klagenfurt", so Truskaller. Striedinger, damals sein Aufsichtsratschef, hätte ihn schriftlich zur Finanzierung des Lösegeldes veranlasst. "Wir haben es zwischenfinanziert, gezahlt hat es dann die Hypo in Klagenfurt", so Truskaller. "Alles Blödsinn", weist Striedinger das zurück.
Truskaller ist einer der wenigen Ex-Manager der Hypo, der nicht als Beschuldigter bei der Kärntner Justiz geführt wird.













