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"NZZ" spottet über Österreichs Umgang mit Staatsbanken Krisenstab soll Hypo Zeit bringen Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Hypo Alpe Adria Nächster Artikel "NZZ" spottet über Österreichs Umgang mit Staatsbanken Krisenstab soll Hypo Zeit bringen
Zuletzt aktualisiert: 15.04.2010 um 20:48 UhrKommentare

Eklat bei dritter Sitzung aber keine Erhellung

Dritte öffentliche Sitzung im Hypo-U-Ausschuss: Erhellung der Affäre ist keine in Sicht. Zweifel an den Prüfinstanzen wächst.

Foto © APA

Da wird übers Wetter geredet und über die genaue Aussprache von Nachnamen. Da ist ein ständiges Kommen und Gehen. Die Fragen unprononciert, oft sinnlose Monologe. Die Zeugen an Aufklärung desinteressiert. So förderte der Hypo-U-Ausschuss auch bei der Sitzung am Donnerstag nichts von dem zutage, was sich seine Mitglieder vorgenommen hatten.

Eines jedoch führt das Gremium geradezu schauerlich vor: Es kann in Österreich noch so viele Banken-Prüfinstanzen geben und doch kann ein Institut fatal untergehen und Milliarden an Steuergeld vernichten.

Michael Hysek, Chef der Bankenprüfung bei der Finanzmarkt-aufsicht, wurde am Donnerstag befragt. Der 43-Jährige ist mit einem 60-köpfigen Team für 850 Banken zuständig - das lässt ahnen, wie klein sein Spielraum ist. "Wir haben leider auch nur begrenzte Ressourcen", so Hysek. Zwar prüft er die zehn größten Banken - darunter auch die Hypo - einmal jährlich. Doch er kann keine Leasing-Tochter beleuchten, weil sie rechtlich gesehen keine Bank ist. Dass bei der Hypo hunderte Leasing-Verträge uneinbringbar sind - Hysek durfte und darf so etwas nicht ansehen. Dasselbe mit der Hypo Consultants, die immer wieder Immobilien gekauft und "Projekte" entwickelt hat. Der Beamte spricht abgeklärt, wenn er am Donnerstag sagt: "Der ursächliche Zweck einer Bank ist es eigentlich, Geld entgegenzunehmen und welches zu verleihen. Aber leider sind die Banken fantasievoll im Erfinden von synthetischen Produkten. So etwas versteht kaum jemand, selbst die Bankmitarbeiter nicht."

Auch Hans-Dieter Kerstnig, Chef der Innen-Revision der Hypo, konnte oder wollte den Inhalt und Sinn seiner Arbeit nicht erhellen. Es ist nichts Neues, wenn der 55-Jährige am Donnerstag meint: "Schon in den Jahren 1999 und 2000 haben wir Schwächen im System gefunden und zu einer Verbesserung des Risiko-Managements geraten." Auch "2006 gab es Hinweise, dass Prozesse eine Verbesserung brauchen."

Dass er vielleicht zu ungenau hingesehen habe, bestreitet er: "Im Moment ist die Hypo wohl das bestgeprüfte Unternehmen in ganz Österreich." Außerdem seien seine Möglichkeiten beschränkt, so könne er zum Beispiel Faktoren von außerhalb der Bank nicht einbeziehen. Und dem Management, dass trotz seiner Warnungen das Geschäftsvolumen immer mehr erweiterte, keine Befehle geben. Einflussnahme? Habe es nie gegeben, von keiner Seite. Berichtet habe er immer dem gesamten Vorstand, nie einer Person allein. Dass die Hypo mittlerweile Verluste in Milliarden-Höhe schreibt, rechnet Kerstnig der Immobilien- und der Finanzkrise zu. "Dadurch bekamen die Kreditnehmer eben Probleme mit der Rückzahlung."

EVA GABRIEL

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Hans-Dieter Kerstnig, Chef der Innen-Revision der HypoFoto © Eggenberger

KLEINE.tv

Analyse zum Styrian-Spirit-Urteil

Mit Schuldsprüchen und Haftstrafen von 2,5 bzw. 2 Jahren endete am Freit...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

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Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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