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Zuletzt aktualisiert: 08.04.2010 um 14:42 UhrKommentare

Hypo Alpe Adria künftig nur mehr in fünf Ländern

Restrukturierungsplan sieht Verkauf der Mehrheit der Auslandstöchter und eine Reduzierung auf die Hälfte der jetzigen Größe vor. Risikovorsorgen sollen um 2,6 Mrd. anschwellen.

Foto © KLZ / Weichselbraun

Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank wird laut dem Restrukturierungsplan auf die Hälfte ihrer derzeitigen Größe geschrumpft und künftig nur noch in fünf Ländern vertreten sein. Das berichtet das "Format" vorab (Freitag-Ausgabe). Die Risikovorsorgen werden laut diesem Papier bis 2014 um 2,6 Mrd. Euro anschwellen, das vom Steuerzahler aufgewendete Geld für die Rettung dürfte wohl nur zum Teil wieder einbringbar sein.

Die Hypo muss, so der Plan, alles verkaufen, was nicht zum Kerngeschäft gehört und sich zudem aus zahlreichen Ländern zurückziehen, so auch aus Italien. Am Ende bleibt ein Geldinstitut, das nur noch risikoarme Geschäfte in Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien sowie Bosnien-Herzegowina tätigen soll. Die Bilanzsumme wird demnach von derzeit mehr als 41 Mrd. Euro auf unter 24 Mrd. Euro schrumpfen.

Der Plan, der von der EU-Kommission genehmigt werden muss, sieht auch in Österreich eine deutliche Verkleinerung vor. So soll sich die Hypo aus Wien, Salzburg, Linz, Innsbruck und Deutschland zurückziehen, die Zahl der Filialen in Kärnten soll von 22 auf 13 verringert werden.

Einen Stopp wird es für großvolumige Tourismus- und Immobilienfinanzierungen geben, im EU-Raum soll das Kreditvolumen um 57 Prozent auf 14 Mrd. Euro reduziert werden. Die Hotels der Hypo und sämtliche Tourismus-Beteiligungen wie etwa die Kärntner Holding Beteiligungs AG und die Hypo Alpe Adria Beteiligungen GmbH sollen vollständig abgestoßen werden.

Die Konsequenz daraus sind geringere Erträge, und Verluste für die kommenden Jahre. Für das laufende Jahr wird mit einem Minus von 411 Mio. Euro nach Steuern gerechnet, 2011 und 2012 soll das Defizit 173 bzw. 44 Mio. Euro betragen. Erst 2013 rechnet man mit dem Turnaround und 97 Mio. Euro Gewinn.

Die 2,6 Mrd. Euro an zusätzlichen Risikovorsorgen, mit denen gerechnet wird, lassen die Chancen darauf, dass das öffentliche Geld zur Gänze an den Finanzminister zurückfließt, weiter sinken. In dem Dossier für Brüssel wird der Fortbestand der Bank und deren Verkauf 2014 als Lösung präferiert, am ehesten mit Abspaltung einer Bad Bank, beim Verkauf 2014 rechnet man mit rund einer Milliarde Euro Erlös. Im optimistischsten Szenario, das in dem Plan gezeichnet wird, wäre im günstigsten Fall die Rückführung des gesamten Partizipationskapitals in der Höhe von 1,56 Mrd. Euro - davon 1,35 Mrd. Euro vom Bund - zu erwarten. Damit wird aber eher nicht gerechnet.

Durchgespielt werden aber auch eine Liquidation der Hypo Group mit Abverkauf oder Abbau aller einzelnen Einheiten. Dabei wäre eine Kapitalrückführung von rund 600 Mio. Euro zu erwarten. Eine Zerschlagung wäre die mit Abstand teuerste Lösung und soll auf jeden Fall verhindert werden. Dabei müsste die öffentliche Hand noch einmal 300 bis 960 Mio. Euro nachschießen und auch die bisher eingesetzten Summen wären verloren. Bis wann die EU-Kommission eine Entscheidung trifft, ist derzeit noch offen.


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Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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