Milliarden verbrannt, mit Millionen belohnt
Milliardenverluste, staatliche Finanzspritzen, Notverstaatlichung konnten Hypo Bank und BayernLB nicht von Millionenabfertigungen für Manager abhalten.

Foto © Weichselbraun1,85 Milliarden Verlust weist die Bilanz 2009 aus. Kein Hindernis für hohe Abfertigungen
Es ist eine unendliche Geschichte der Skandale und Verluste, die die Hypo Group Alpe Adria seit dem Bekanntwerden der Swapverluste im Frühjahr 2006 durchlebt. Trauriger Höhepunkt: die Notverstaatlichung im Dezember 2009. Doch an den Managern, die das Finanzdebakel mitverursacht haben, ist die Malaise ohne Schrammen vorübergegangen. Im Gegenteil, sie sahnten Millionengagen ab und die unfreiwilligen Abgänge wurden ihnen mit fetten Abfertigungen versüßt. Ihre glücklosen Manager kamen die Bank teuer zu stehen.
Jüngster Skandal ist die Abfertigung für den Ex-Vorstandschef Tilo Berlin, der zwar einen Vertrag bis 2012 hatte, aber "auf eigenen Wunsch" im April 2009 ausgeschieden ist. Bereits 2008 benötigte die Hypo Staatshilfe und hohe Summen von der bayrischen Mutter BayernLB. Berlin verabschiedete sich 2009 mit 520 Millionen Euro Verlust, was die Bank unter Bayern-Kommando nicht davon abhielt, ihm 1,025 Millionen Euro mit auf den Weg zu geben. Dabei hatte er schon Millionengewinne beim Verkauf der Hypo an die Bayern lukriert. Ein Umstand, der die Spekulationen wieder auffacht. Denn vor dem Verkauf soll es zu wiederholten Treffen zwischen Berlin, dem Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt und Wolfgang Kulterer gekommen sein.
Traumgagen
Unter der Ära von Hypo-Vorstand Franz Pinkl verdreifachte sich der Verlust im Jahr 2009 auf 1,85 Milliarden Euro. Die BayernLB hatte Pinkl mit einer Traumjahresgage von 900.000 Euro eingesetzt. Als der neue Eigentümer Staat Pinkl und die anderen von den Bayern geerbten Vorstände loswerden wollten, war der nächste Eklat fällig. Ein großzügiger Vertrag der Bayern ließ Pinkl für nur neun Monate Arbeit 4,5 Millionen Euro Abfertigungsanspruch anmelden. Am Ende cashte Pinkl zwei Millionen Euro ab. Zu seiner Abfertigung von 1,875 Millionen Euro bekommt er noch eine Gehaltsfortzahlung und eine Konkurrenzklausel abgegolten. Der neue Aufsichtsrat ließ sich den gesamten Vorstandswechsel rund vier Millionen Euro kosten.
Die BayernLB zeigte sich auch im eigenen Haus generös. Obwohl der Vorstandschef der bayrischen Bank, Michael Kemmer, die Verluste bei der Tochter Hypo nicht in den Griff bekommen hat und nach Verlusten von 3,7 Milliarden Euro zurücktreten musste, wurden ihm dem Vernehmen nach, 1,5 Millionen Euro nachgereicht. Über die Höhe der Abfertigung für Ex-Vorstand Werner Schmidt schweigt sich die BayernLB aus.
Strafe schützt vor Abfertigung nicht: Die über die Swapaffäre gestolperten Vorstände Wolfgang Kulterer und Günther Striedinger wurden rechtskräftig wegen Bilanzfälschung verurteilt. Die verhängten Geldstrafen konnten beide locker von ihren Abfertigungen begleichen.
Der neue Eigentümer Staat ist klüger geworden: Für den neuen Vorstand gibt es Boni erst bei nachgewiesenem Erfolg.













