Neue Hypo-Alpe-Adria-Spitze tritt am 1. April das Amt an
Ab 1. April ist der bisherige KPMG-Österreich-Chef Gottwald Kranebitter neuer Vorstandsvorsitzender der verstaatlichten Kärntner Hypo Group Alpe Adria.

Foto © KPMG/KK
Mittwochabend nach stundenlangen Debatten im Aufsichtsrat war es amtlich: Ab 1. April ist der bisherige KPMG-Österreich-Chef Gottwald Kranebitter neuer Vorstandsvorsitzender der verstaatlichten Kärntner Hypo Group Alpe Adria. Er folgt Franz Pinkl nach, der nächste Woche - per 31. März - die Bank verlässt. Kranebitters Vize wird der neue Risiko-Vorstand Wolfgang Edelmüller. Hypo-Finanzchef wird Johannes Proksch. Der Chief Operations-Officer wird erst in einer Folgesitzung gekürt.
Aufsichtsratschef Johannes Ditz und sein Stellvertreter Rudolf Scholten erklärten in einer Pressemitteilung, "wir haben großes Zutrauen in das neue Team. Damit machen wir auch personell den nach der Übernahme durch den Bund erforderlichen Neuanfang". Wie die Bank in ihrer Mitteilung erklärte, scheidet Pinkl im "gegenseitigen freundschaftlichen Einvernehmen". Ditz drückte sein Bedauern über Pinkls Rücktritt aus. Dessen Nachfolger Kranebitter streute er Rosen: Er sei überzeugt, dass er die Bank in eine "stabile Zukunft" führen könne.
Das Vorstandsteam der Kärntner Hypo ist von fünf auf vier Mitglieder verkleinert worden. Neben Pinkl legen auch die übrigen vier Vorstände vorzeitig nieder: Anton Knett, Mag. Wolfgang Peter, Andreas Dörhöfer und Bozidar Span.
Der gebürtige Tiroler Dr. Gottwald Kranebitter (46) hat an der TU Wien Betriebsinformatik studiert. Seit 1986 ist er in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung und seit 1996 in der Beratung tätig. Schwerpunkte: M&A, Bewertung, Restrukturierung von Banken und Industriefirmen. Von 1991 bis 1995 baute er die KPMG-Filiale in Bratislava auf. Zudem hat Kranebitter die Zulassung als Regierungskommissär für Banken. Er war auch Berater bei der Verstaatlichung der Hypo im Dezember 2009. Kranebitter scheidet mit Übernahme des Vorstandsmandats aus allen Funktionen bei der KPMG aus und gibt seine Anteile ab.
Mag. Wolfgang Edelmüller (58) wird stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Risk Officer. Der studierte Ökonom begann seine Karriere bei der vormaligen Länderbank, nun Bank Austria. Er war Abteilungsleiter der Investitionskredite, danach Leiter der Sondergestion, später Leiter des Kreditrisikomanagements Inland und darauf Global Head of Credit Operations. Zuletzt war Edelmüller Ressortleiter für Corporate Risk der Bank Austria.
Mag. Johannes Proksch (40) kommt von Morgan Stanley in London, wo er Executive Director war. Im Investmentbanking betreute er österreichische und deutsche Finanzinstitute. 1997 nach dem BWL-Studium in Wien ging er zu Ernst & Young, wechselte 1999 zu UBS Warburg in London. Nach drei Jahren ging er als stellvertretender Direktor zu ABN Amro. 2004 ging er zur Citigroup, wirkte dort nach Bankangaben an Akquisitionen und Restrukturierungen von Banken mit.
Auf die neuen Chefs wartet ein harter Sanierungsjob. Die Bank schreibt nach weiteren teuren Abwertungen wieder Milliardenverlust. Am Abend im Aufsichtsrat lang strittig waren die Gagenverträge für die neuen Manager. Dem Vernehmen nach gibt es für Erfolgsprämien (Boni) eine Deckelung.













