Konkurrenz der Hypo-Ermittler
Rivalitäten statt Teamwork. Eifersuchtsszenen zwischen Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Soko Hypo und CSI Hypo.

Foto © Koscher/GEPADer leitende Staatsanwalt Kranz sagt die "CSI-Hypo" noch nie gesehen zu haben (links). CSI Hypo Chef Peschorn: "Schon drei Besprechungen mit STA"
Bei den umfangreichen Untersuchungen von Verlusten und Malversationen bei der Hypo Group Alpe Adria wartet die Öffentlichkeit ungeduldig auf Ergebnisse. Doch statt ermittelter Fakten tritt nun eine Rivalität der Ermittler zutage. In einem APA-Interview äußerte sich gestern der Leitende Staatsanwalt Gottfried Kranz entsprechend über die von Finanzminister Josef Pröll eingesetzte "CSI Hypo", der 100 Leute von Finanzministerium, Finanzmarktaufsicht und Nationalbank angehören sollen. "Minister Pröll hat einmal etwas darüber gesagt, aber ich habe nie jemanden gesehen. Ich habe keine Ahnung, wer das ist", sagte Kranz. "Wir arbeiten jedenfalls unabhängig davon."
Die Replik von Wolfgang Peschorn, Chef der Finanzprokuratur und der CSI Hypo, kam postwendend: "Es hat schon drei Besprechungen mit der Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegeben, wir sind in der Causa Hypo mit wichtigen Koordinationsaufgaben betraut", reagierte Peschorn auf Kranz. Pröll hatte die CSI Hypo mit der Sichtung von Unterlagen und Strukturen der letzten 15 Jahre bei der Hypo beauftragt. Für Peschorn sei die Staatsanwaltschaft zuständig, strafrechtlich relevante Vorfälle um die Hypo zu klären. "Wir arbeiten an der gesamten Aufarbeitung der Vergangenheit, das geht weit über strafrechtliche Tatbestände hinaus", so Peschorn. Nicht jedes Versagen sei strafbar. "Man kann auch einfach nur blöd wirtschaften."
Schon der Präsident der Richtervereinigung, Werner Zinkl, hatte die CSI Hypo als "MedienGag" abgetan. Nachdem Pröll am 19. Feber das erste Mal die CSI Hypo angekündigt hatte, schritt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt nur wenige Tage später zu einer umfangreichen Razzia bei Kroatien-Töchtern der Hypo in der Hypo-Zentrale, bei der sich viele Beobachter fragten, warum diese nicht schon viel früher stattgefunden hat. Die Staatsanwaltschaft war zusammen mit der Sonderkommission der Polizei, der Soko Hypo, mit rund 40 Mann ausgerückt. Den Medien präsentierte sich Soko-Chef Berhard Gaber als Leiter des Durchsuchungseinsatzes. "Den Einsatz leitete selbstverständlich die Staatsanwaltschaft", ließ dazu tags darauf die Oberstaatsanwaltschaft Graz die Kleine Zeitung wissen. Statt eitlem Konkurrenzdenken sollten aber doch die Ermittlungen im Vordergrund stehen.











