Vorstand Pinkl verlässt die Hypo
Aktueller Vorsitzender Franz Pinkl, wird sich nicht wieder bewerben. Nach Andeutungen aus dem Aufsichtsrat war Pinkls Schritt absehbar. Chemie mit einem Großteil der Räte soll nicht mehr gestimmt haben.

Foto © APAFranz Pinkl steht nicht mehr als Hypo-Vorstand zur Verfügung
Nächster Paukenschlag bei der Hypo Alpe Adria Bank: Vorstandschef Franz Pinkl wirft das Handtuch. Er wird sich nicht wieder für den Vorstandsvorsitz bewerben.
Seit Samstag sind vier Vorstandsposten, einschließlich die Position des Vorstandsvorsitzenden ausgeschrieben. Diesen Schritt hat der Aufsichtsrat der Bank, Johannes Ditz, in einem Gespräch mit der Kleinen Zeitung schon in der Vorwoche angekündigt. Dass Franz Pinkl als Vorstand der Krisenbank angezählt war, war nach Andeutungen aus dem Aufsichtsrat zu erwarten.
Als die Hypo Ende 2009 notverstaatlicht werden musste, wollte das Finanzministerium an Pinkl festhalten. Finanzminister Josef Pröll streute ihm Rosen, seine Kooperationsbereitschaft bei der Ermittlung der Risikosituation der Bank wurde allseits gelobt. Er habe die Bank in ruhiges Fahrwasser geführt.
In seiner Stellungnahme macht Pinkl kein Hehl aus seiner Enttäuschung: "Im Zuge des Eigentümerwechsels habe ich meine Bereitschaft erklärt, weiterhin zur Verfügung zu stehen, um den Übergang ohne zusätzliche Reibung zu vollziehen." Seine letzte öffentliche Erklärung als Hypo-Chef war übrigens auch die erste seit seinem "Amtsantritt" vor neun Monaten.
Keine Bewerbung
Doch der Aufsichtsrat hat das Personalbüro Spencer Stuart mit der Suche nach einem neuen Vorstand beauftragt. Das in der Ausschreibung formulierte Anforderungsprofil war schon nicht mehr auf den 53-Jährigen zugeschnitten. Die SPÖ-Vertreter im Aufsichtsrat sollen darauf gedrängt haben, dass er den Chefsessel räumt. Die Ermunterung von Ditz, dass er sich ja auch bewerben könne, lehnt Pinkl ab. "Ich habe den Aufsichtsrat informiert, dass ich mich an dem Bewerbungsverfahren nicht beteiligen werde."
Als Pinkl am 1. Juni 2009 von der damaligen Hypo-Konzernmutter, BayernLB, als neuer Vorstand präsentiert wurde, war das Erstaunen in Bankenkreisen groß. Als Vorstand der Volksbanken AG und Veranwortlicher bei der Kommunalkredit war Pinkl bekanntlich glücklos.













