Kroatiengeschäfte der Hypo: Ermittlungen laufen
Günther Striedinger und die Kroatien-geschäfte der Hypo. Wegen einer Hubschrauber-Finanzierung wird ermittelt. Erfinder des Skiper-Projekts packt aus.

Foto © Weichselbraun
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat im Fall Hypo Ex-Vorstand Günther Striedinger als ersten Beschuldigten im Visier: "Wir ermitteln wegen Untreue-Verdachts und zwei Millionen Euro Schaden bei einer Hubschrauber-Finanzierung", sagte Staatsanwalt Helmut Jamnig. "Es war eine Kombination von Leasing und Kredit", präzisierte er, vom Kunden verriet er nur: "Es war eine kroatische Firma."
Striedinger, für den die Unschuldsvermutung gilt, schwieg zu dem Vorwurf. Über Jahre war er neben Wolfgang Kulterer an der Spitze der Bank und oberster Boss des Kroatien-Geschäfts. Bereits 2007 ermittelte die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegen Striedinger wegen Verdachts der Geldwäsche bei Geschäften mit dem kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec, doch die Ermittlung wurde mangels Ergebnissen eingestellt. Zagorec, der derzeit in Zagreb eine Haftstrafe abbüst, stand mit Tourismusprojekten im Kontakt mit der Hypo. Bei besonderen Kunden schaltete er sich häufig ein.
"Striedinger half mir"
Persönlich angenommen hat sich Striedinger auch des verlustreichen Skiper-Projektes mit Residenzen und dem von Kempinski betriebenen Nobelhotel in Savudrija. "Striedinger hat an das Projekt geglaubt", berichtet Miro Oblak, wie er mit Striedinger ins Geschäft kam. Der gebürtige Slowene aus Jesenice, der seit den 70er Jahren als Österreichischer Staatsbürger in Klagenfurt lebt udn mit seiner Firma Interco Geschäfts betreibt, hatte nach Jugoslawiens Zerfall die Grundstücke auf der kroatischen Seite der Bucht von Piran aufgekauft. "Billig, aber es war auch mühsam." Als ihn lokale Größen mitsamt erreichter Baugenehmigung ausbooten wollten, habe ihm Striedinger "mit zwei Millionen D-Mark geholfen", erzählt er.
"Ich habe 20 Jahre meines Lebens für das Projekt gearbeitet und lasse es nicht in den Dreck ziehen. Zur Eröffnung im August 2009 kam Staatspräsident Mesic", braust Oblak auf, obwohl er selbst seit 2007 gar nicht mehr beteiligt ist. Vorher war er 75-Prozent-Eigner und Projektleiter per Managementvertrag, bis er sich mit Striedinger und Kulterer zerkriegte. "Jetzt suche ich eine französische Hotelgruppe als Käufer. Nun aber gegen Provision. In zwei, drei Jahren, wird die Hypo es gut verkaufen können." Er selbst hätte nämlich schon die Nobelappartements der ersten Baustufe teuer verkauft, "viele auch an österreichische Ärzte, Manager und Professoren."
Schwarzgeld, Drohungen
Ausführlich erzählt Oblak, wie zunächst eine italienische Investorengruppe die rund 100 Villen und Residenzen vertrieb, ohne selbst Geld zu zahlen. "Erst vor Gericht in Padua wurden wir die Italiener wieder los." Inzwischen hatten aber in Italien "rund 200 private Anteilsnehmer je 20.000 bis 40.000 Euro pro Objekt angezahlt. Nur 14 haben nach dem Prozess das Geld per Klage zurückverlangt", lässt er durchblicken, womit gekauft worden war: "Schwarzgeld." In diesem brandheißen Umfeld kam auch Oblak unter Druck: "Mein Sohn und ich bekamen Drohbriefe. Das ist gerichtlich aktenkundig."
Gerichtlich will Oblak selbst gegen den Vorwurf ankämpfen, er wäre Waffenhändler gewesen. "Ich habe für den US-Rüstungskonzern Northrop Grunnman nur Radaranlagen für die Flugabwehr nach Slowenien verkauft. Von der Karibik aus," wie er hinzufügt. Auch will sich Oblak nicht sagen lassen, er habe zehn Millionen in Liechtenstein verschwinden lassen. "Ich habe Firmen in Liechtenstein, aber ich kann alles offenlegen", sagt Oblak, der auch betont: "Zagorec kenne ich nicht." Was er einräumt: "Man bat mich einmal, in Wien in den Aufsichstrat einer Firma zu gehen. Als ich draufkam, dass die Firma mit dem Umfeld von Zagorec zu tun hatte, bin ich sofort heraus gegangen." Seit 2008 hat Oblak einen festen Wohnsitz in der Schweiz. Einen Hubschrauber habe er nie besessen. Sein aktueller Job: Auf den Skiper-Nachbargründen plant er ein Projekt. "Noch größer und mit 5-Stern-Plus-Hotel."













