Tilo Berlin wird am Dienstag einvernommen
Der ehemalige Chef der Hypo Alpe Adria wird sich auf eigenen Wunsch der Staatsanwaltschaft München stellen. Ex-BayernLB-Chef Schmidt: Keine unlauteren Absprachen mit Tilo Berlin.

Foto © APATilo Berlin
Das berichtete das Nachrichtenmagazin "profil" am Samstag in einer Vorabmeldung. Berlin hatte mit einem Konsortium in die Hypo investiert und dieses Paket (nach Meinung der Münchner Staatsanwaltschaft zu teuer) an die BayernLB verkauft. Das 635 Mio. Euro schwere Engagement soll - über einen 300 Mio.-Euro-Kredit - beinahe zur Hälfte von der Landesbank selbst finanziert gewesen sein.
Werner Schmidt weist Vorwürfe zurück
In der BayernLB-Affäre hat der frühere Vorstandschef Werner Schmidt den Vorwurf zurückgewiesen, einen zu hohen Kaufpreis für die Hypo Alpe Adria ausgehandelt zu haben. An der Preisfindung hätten gut 100 Personen mitgerechnet, teilte Schmidt nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" über seinen Verteidiger mit. Der Kaufpreis in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro sei unter dem vom Verwaltungsrat gesetzten Limit gelegen.
"Kein Vorstandsvorsitzender kauft im Alleingang eine Bank. Der gesamte Vorstand und der Verwaltungsrat treffen derartige Entscheidungen", erklärte Schmidt demnach, und verweist damit auf seine ehemaligen Vorstandskollegen und Verwaltungsräte in der Landesbank, gegen die im Gegensatz zu ihm nicht offiziell ermittelt wird.ü>
Schmidt erklärte, die Gremien hätten den Kaufpreis gebilligt: "Der Verwaltungsrat hatte dem Vorstand der BayernLB ein Preislimit gesetzt. Ich war damals noch zufrieden, dass der Kaufpreis für die Hypo Alpe Adria unter diesem Limit geblieben ist." Im Verwaltungsrat der Landesbank saßen Vertreter der bayrischen Landesregierung und der Sparkassen des Freistaats.
Die Münchner Staatsanwaltschaft verdächtigt Schmidt, die österreichische Bank im Jahr 2007 wissentlich zu einem überhöhten Kaufpreis gekauft zu haben. Schmidt sei der einzige Beschuldigte, aber die Ermittlungen konzentrierten sich nicht nur auf ihn, erklärte die Staatsanwaltschaft diese Woche.
Schmidt erklärte dem Vorausbericht zufolge zudem, es habe im Rahmen des Geschäfts auch keine unlauteren Absprachen mit dem Investor Tilo Berlin gegeben. Berlin hatte der BayernLB ein Paket von 25 Prozent und einer Aktie an der Hypo Alpe Adria verkauft. Diese Anteile hatte seine Investmentgesellschaft wiederum teilweise dank eines Kredits der BayernLB erworben.
Verkauf verzögert
"Dieser Kredit war höchst sinnvoll", teilte Schmidt der Zeitung mit. Berlin habe seine Finanzierung "bis zu einem gewissen Zeitpunkt gesichert, aber es zeichnete sich ab, dass sich der Abschluss des Verkaufs verzögerte". Deshalb sei die BayernLB eingesprungen. Es habe verhindert werden müssen, dass ein anderer Kreditgeber Zugriff auf Anteile der Hypo Alpe Adria erhalte.
Der Vermögensverwalter Berlin sagte der Zeitung, er habe den Kredit der BayernLB für den Kauf seiner Anteile eigentlich "weder gebraucht, noch gewollt. Wir hatten eine stabile Finanzierung." Aber die Landesbank habe ihm die Finanzierung angeboten, und die Konditionen der BayernLB seien günstiger gewesen.













