Wirbel um Seegrundstücks-Deal der Hypo Alpe Adria
Das Finanzministerium in Wien will Einblick in die Unterlagen über den Verkauf eines Wörthersee-Grundstücks von der Hypo Alpe Adria Gruppe an den einstigen Hypo-Präsidenten, Kika/Leiner-Chef Herbert Koch.

Foto © APADer frühere langjährige Hypo-Aufsichtsratschef Herbert Koch
"Wir lassen uns das schicken", sagte Ministersprecher Harald Waiglein am Donnerstag. Er machte deutlich, dass die Banktochter, die Tourismusholding KHBAG, Vermögenswerte veräußern "muss". "Was zählt ist, ob der Verkaufpreis in Ordnung ist", so Waiglein zur APA.
Von Experten im Ministerium wird darauf verwiesen, dass es ein Gutachten über den Wert der Immobilie geben muss, wenn der Verkauf durchgeführt wurde. Ob ein solches vorliegt, war seitens der Gesellschaft vorerst nicht eruierbar, der KHBAG-Geschäftsführer war auf Urlaub. Von der Bank gab es dazu keine Stellungnahme.
Seit 30. Dezember ist die Republik in die Hypo-Alpe-Adria-Eigentumsrechte eingestiegen. Über den Immobiliendeal der Banktochter KHBAG wenige Tage davor war das Ministerium jedenfalls nicht in Kenntnis gesetzt worden.
Solange der Preis stimmt, sollte es egal sein, ob die Tourismusholding Verkaufserlöse, also Cash, vorweisen kann oder verkaufsfertige Assets, verlautete zur APA. In den Holdingbilanzen sind einige verlustreiche Projekte verbucht. Trotz hoher Abschreibungsverluste solle es keine Pleite geben, verlautete aus informierten Kreisen. Als die Republik die Hypo Alpe Adria Bank Mitte Dezember auffangen musste, war tagelang auch eine Übernahme der Tourismusholding durch das Land im Gespräch gewesen. Was Kärnten unter dem Hinweis, dass davor erst eine Due Diligence Prüfung fällig werde, abgelehnt hatte.
Laut einem Bericht des "WirtschaftsBlatt" (Donnerstag) soll Koch das Grundstück mit 7 Millionen Euro deutlich unter dem Wert und damit ausgesprochen günstig erstanden haben. Der Vertreter einer deutschen Investorengruppe, die am Gesamtportfolio der KHBAG interessiert sei und anonym bleiben will, nenne eine Bewertung der Seevilla in den KHBAG-Unterlagen von "zwölf bis 13 Millionen Euro". "Noch im November hatte es geheißen, es sei nur das Gesamtpaket zu verkaufen", zitiert die Zeitung den Investorenvertreter, der sich nun "schwer getäuscht" sehe.













