"Hypo-Investoren aus der Deckung!"
Jene Investoren, die beim Verkauf der Hypo an die BayernLB mehr als 150 Millionen scheffelten, sollen ihre Gewinne auf Treuhandkonten hinterlegen, fordert der Bayrische Landtag.

Foto © Weichselbraun
Suspekt war die Geschichte von Beginn an. Im Oktober 2006 wurde bekannt, dass die Hypo 325 Millionen bei Swap Geschäften im Jahr 2004 verzockte und dass der Vorstand versuchte die Geschichte an Wirtschaftsprüfern und dem Aufsichtsrat vorbei auf zehn Jahre hinaus zu bilanzieren. Doch nur ein paar Wochen nach bekanntwerden der Verluste, findet sich rund um den Banker Tilo Berlin eine Gruppe von Investoren, die in die Bank einsteigen wollen.
Die offizielle Version, dass hier einige wenige Mäzenen zum Wohle des Landes bei der Kapitalerhöhung aushalfen, klang schon von der ersten Stunde an unglaubwürdig. Nachdem die BayernLB mehr als 3,2 Milliarden Euro bei ihrem Hypo-Abenteuer versenkte, wird man nun aber auch im Freistaat hellhörig. Wer waren diese Investoren? Schließlich machten sie beim Einstieg der Bayern in die Hypo einen goldenen Schnitt von 150 Millionen Euro.
Von Kulterer angesprochen
Einer der Investoren - er möchte seinen Namen nicht in diesem Zusammenhang erwähnt wissen - bringt nun etwas Licht in das damalige Vorgehen. "Nicht Tilo Berlin, der nach außen als Vertreter der Investoren auftrat, hat mich auf die Möglichkeit dieses Investments angesprochen, sondern Wolfgang Kulterer selbst", erklärt der Unternehmer im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Kulterer, zu diesem Zeitpunkt Aufsichtsratsvorsitzender und als solcher noch immer der tonangebende Mann in der Hypo, sammelte also Investoren für die Berlin Gruppe - und das zu einem Zeitpunkt, wo er von der Landesholding bereits dazu ermächtigt war, einen Käufer für die Bank zu finden. Ein Umstand, der neuer Zündstoff für die Ermittlungen der Soko Hypo ist.
Nur wenige Namen bekannt
Bisher sind nur wenige Namen aus jener ominösen Investorengruppe bekannt. Veit Sorger, der Präsident der Industrieellenvereinigung outete sich als erster und parkte seinen Gewinn auf einem Treuhandkonto. "Bis alle Vorwürfe des Insiderhandels geklärt sind." Als weitere Investoren werden Kika-Eigentümer Her bert Koch und Michael Gröller, graue Eminenz bei Mayr-Meln hof, genannt. Pikant an dieser Verbindung: Der Mayr-Melnhof Konzern geht aus dem Besitz der Familie Goëss hervor, also jener kärntnerisch- steirischen Traditionsfamilie, in die Tilo Berlin eingeheiratet hat. Laut Medienberichten auch un ter den Investoren weil allesamt Partner in Berlins Investment haus Ferdinand Piëch junior, der Sohn des VW-Zampanos, ein Mitglied der Familie Schwarz kopf und ein Prinz aus Schleswig- Holstein.













