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Zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 um 20:52 UhrKommentare

Fatales Bild von Kärnten

Das Hypo-Debakel und wie die Politik damit umgeht haben ein ungemein negatives Bild von Kärnten provoziert. Analysen und Meinungen dazu.

Foto © KLZ/ Helmuth Weichselbraun

"Welche ist jetzt die Bananen-Republik"?

Valentin Inzko, Spitzen-Diplomat: "Was wir aufbauten, wurde jetzt mutwillig zerstört".

Der Hohe Beaufftragte der EU in Bosnien-Herzegowina, der Kärntner Slowene Valentin Inzko erinnert daran, dass der ehemalige Landeshauptmann Jörg Haider Slowenien einmal als "Bananen-Republik" bezeichnet hat: "Slowenien hat keinen Hypo-Skandal, keine einzige Bank ist pleite gegangen, Da stellt sich doch die Frage: Welche ist die Bananen-Republik?

Alle Auslands-Kärntner seien erschüttert und fassungslos über die Vorgänge in der Heimat. Denn das Land habe große Persönlichkeiten hervorgebracht wie etwa die Chefs von Siemens und Nestle, namhafte bildnerische Künstler und Dichter. All diese hätten sich bemüht, ein positives Image ihres Heimatlandes aufzubauen. Diese Bemühungen seien nun mit einem Schlag zerstört worden.

Auf die Frage nach der Verantwortung für das Hypo-Desaster verweist Inzko auf ein Bei spiel in England: "Dort musste ein Minister sofort zurücktreten, nur weil er zu Unrecht 3,50 Pfund für privat verwendetes Katzenfutter verrechnet hat. In Kärnten ist Milliarden-Schaden entstanden und niemand tritt zurück." Inzkos Klage: "Alles, was wir im Ausland aufgebaut haben, wird jetzt zertrümmert. Wenn die politischen Führungskräfte in Kärnten auch nur einen Funken Anstand haben, müssen sie sofort zurücktreten."

"Land hat jetzt Chance, sich zu rehabilitieren"

Werner Schneyder, Kabarettist und Autor: "Demokratische Prinzipien wurden verletzt."

Auf die Frage "Hat sich Kärnten das verdient?" antwortet der Kabarettist und Autor Werner Schneyder mit einem bestimmten "Leider Ja!" Denn: "Die Kärntner haben sich von einer Minderheit düpieren lassen. In diesem Land werden demokratische Prinzipien gröblich verletzt. Die Bevölkerung hat Führer-Strukturen zugelassen, die unter Wagner ihren Ausgang genommen haben und von Haider und seinen Epigonen potenziert worden sind."

Schneyder spricht dennoch die Hoffnung aus: "Das Land hat jetzt die Chance, sich zu rehabilitieren. Mein Respekt vor Kärnten ist so groß, dass ich die Hoffnung auf Besserung nicht aufgegeben habe. Wie sich gestern herausgestellt hat, haben Scheuch und Dörfler mehr mit Strache zu tun als mit Bucher. Jetzt sind die Alarmglocken so laut, dass sogar die Kärntner SPÖ aufwachen müßte."

Die Gespräche mit Nicht-Kärntnern über die Frage: "Was ist los in diesem Land?" gibt es nicht erst seit gestern. Schneyder richtet in diesen Fällen die Bitte an seine Gesprächspartner: "Lasst die Kärntner nicht im Stich." Denn Jörg Haider habe im Land perfekte Einschüchterung betrieben, Alle Gauner hätten sich von ihm geschützt gefühlt. Jetzt fielen sie wie die Sonne vom Himmel, weil der Patron nicht mehr da ist.


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Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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