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Zuletzt aktualisiert: 15.12.2009 um 16:40 UhrKommentare

Landeshaftungen: Bundesländer gesprächsbereit

Teilweise Haftungen in Milliardenhöhe für Banken. Oberösterreichs Finanzreferent Pühringer: "Grobe Fehlverhalten" eines Landes könne nicht zur Strafmaßnahmen für alle Länder führen.

Foto © APA

In den Bundesländern gibt es nach dem Zusammenbruch der Kärntner Hypo und dem Bewusstsein, dass die Landeshaftungen über 18 Mrd. Euro das Bundesland bei einer Bankeninsolvenz mitgerissen hätten, eine breite Zustimmung zur Offenlegung von Landeshaftungen und Gesprächsbereitschaft zu einer Beschränkung. Entsprechend äußerten sich am Dienstag die Landeshauptleute in Tirol, Oberösterreich und Wien. Insbesondere für ihre Landeshypos haben manche Bundesländer Milliardenhaftungen offen.

Wien

Wiens Landeshauptmann Michael Häupl (S) zeigte sich am Dienstag gesprächsbereit, nach der Causa Hypo Alpe Adria Bank die Übernahme von Haftungen durch Bundesländer gesetzlich zu beschränken. "Über das kann man sicher reden - gar keine Frage", stellte Häupl in seiner wöchentlichen Pressekonferenz fest. Häupl verwies darauf, dass die Rahmenbedingungen für Beihilfengewährungen durch den EU-Beitritt andere geworden seien.

Die Haftungen der Stadt Wien beziehen sich vor allem auf die Bank Austria aus Zeiten der Zentralsparkasse. Laut Rechnungsabschluss 2008 lagen die - jährlich sinkenden - Bank Austria-Haftungen bei 14,4 Mrd. Euro, nach 16,2 Mrd. Euro im Jahr 2007. Dazu kommen noch rund 400 Mio. Euro an weiteren Haftungen. Wien hat ein laut Voranschlag 2010 ein Jahresbudget von 11,45 Mrd. Euro

Oberösterreich

Oberösterreichs Landeshauptmann und Finanzreferent Josef Pühringer (V) - ist, wie er selbst sagt, diskussionsbereit für die Einführung von Haftungsgrenzen für alle Gebietskörperschaften, die in Relation zur Budgetgröße und Finanzkraft stünden. Auch einen von ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf ins Gespräch gebrachten "Aufsichtskommissär" für Pleite-Länder fürchtet Pühriger nicht, wie er im Gespräch mit der APA sagte. Oberösterreich werde "sicher nicht pleitegehen".

Aufgrund der Skandale in Kärnten dürfe nicht auf andere Bundesländer geschlossen werden, betonte der Landeshauptmann. Das "grobe Fehlverhalten" eines Landes könne nicht zu Strafmaßnahmen für alle Länder führen. Was die Kärntner gemacht hätten, sei "verantwortungslos zur Potenz", kritisierte Pühringer. Mit dem oberösterreichischen Haftungsmodell für mittlere und größere Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 150 Mio. Euro werden aktuell KTM Kühler und Quanmax unterstützt, darüber hinaus gab es Individuallösungen für die Leitbetriebe Lenzing und KTM Power Sports.


KLEINE.tv

Analyse zum Styrian-Spirit-Urteil

Mit Schuldsprüchen und Haftstrafen von 2,5 bzw. 2 Jahren endete am Freit...Bewertet mit 4 Sternen

 

Serie "Die Akte Hypo"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Bereicherung und Balkangeschäfte hinter Stiftungsschleiern, Verlust-Exzesse bis zum Beinahe-Ruin. Der Krimi um die Hypo Alpe-Adria. Die Serie zum Mega-Debakel der Kärntner Landesbank.

 

Grafik: 1. Halbjahr 2010 & Entwicklung der HGAA

Quelle: APA
 


Eigentümer

Am 14. Dezember 2009 wurde die Hypo Group Alpe Adria verstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer BayernLB, Grawe und Land Kärnten mussten ihre Anteile für je einen Euro abtreten.

 

Grafik: Konzernstruktur

Quelle: APA
 

Grafik: Kärntens Finanzen

Quelle: APA
 


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