Causa Hypo: Tilo Berlin klagt Bayern-Prüferin
Wirtschaftsprüferin Corinna Linner, deren Bericht zum Hypo-Kauf die Münchner Staatsanwälte auf den Plan rief, steht nun selbst unter Beschuss. Tilo Berlin, von Bayerns Grünen per Anzeige verfolgt, droht Linner mit Klage.

Foto © APCorinna Linner: "Renommierte Herren" redeten auf sie ein
Ihr Prüfbericht über den angeblich zu teuren Hypo-Kauf hatte in München eingeschlagen wie eine Bombe: Bankrazzien in Bayern, Österreich und Luxemburg waren die Folge, gegen den Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt ermittelt der Staatsanwalt. Finanzminister Georg Fahrenschon schwitzte deshalb vor der Kontrollkommission im bayerischen Landtag Blut.
Corinna Linner hat in Bayern richtig aufgemischt. Der Politk-Wirbel um sie hat der CSU wohl den letzten Rest gegeben, sodass Bayern lieber sechs Milliarden versengt und die Hypo abstoßt, als weiter geprügelt zu werden.
jetzt steht Linner selbst unter Beschuss. Investor Tilo Berlin, von Bayerns Grünen per Anzeige verfolgt, rückt Linner mit den Münchner Anwälten Westpfahl & Spilker mit einer Klagsdrohung zu Leibe. Berlin wirft Linner Rufschädigung vor, Schadenersatzklage steht im Raum.
Doch der Reihe nach. Die 50-jährige Linner, einst Chef-Controllerin der Commerzbank, traf Berlin erstmals im Juni 2008. Sie stellte sich, mit politischem Rückenwind aus Bayern, beim damaligen Hypo-Vorstand Berlin um einen Top-Managerposten in Klagenfurt vor. Über den Verlauf des Gespräches schweigt Berlin. Das Ergebnis: Berlin und ein Vorstandskollege schicken Linner wieder heim.
Im Februar 2009 holt Finanzminister Fahrenschon Linner als Sonderprüferin in die BayernLB. Im Mai führt sie in einem Bericht aus, dass die Hypo von den Bayern übereilt und viel zu teuer gekauft worden sei. Viele CSU-Granden wie Erwin Huber, Günther Beckstein, Siegfried Naser geraten unter Druck. Im Juni diskutiert der von Fahrenschon geleitete Verwaltungsrat der BayernLB mit Linner den Bericht. Noch in der Sitzung unterschreibt sie ein Protokoll, wonach sie "neue Erkenntnisse gewonnen habe" und die bisherige Bewertung "obsolet" sei.
In der Vorwoche folgte Fahrenschons Spießrutenlauf vor der BayernLB-Kommission im Landtag. Denn er legte den Bericht erst jetzt vor. Linner sagte aus, "es gab keinen Sinneswandel", sie habe personelle Konsequenzen prüfen sollen, nicht juristische. "Wenn Sie in einer Sitzung sind und diese renommierten Herren erklären mir, was sie alles getan haben, soll ich dann davon ausgehen, dass ich belogen worden bin?" fragte sie.
Jetzt droht Berlin ihr mit Klage. Sie solle ihre Darstellung, er hätte von der BayernLB seinen Hypo-Erwerb finanziert bekommen, widerrufen. Die Finanzierung sei längst gestanden, die Bayern drängten zu einem kurzfristigen Kredit, dem er zustimmte. Berlin argwöhnt, Linner sei in einem CSU Machtkampf eingesetzt worden, um Material zu sammeln.
Das wäre jedoch gründlich daneben gegangen. Jetzt steht sogar Horst Seehofer unter Druck, auszuputzen. Laut Der Spiegel wollte Linner dazu nichts sagen.













