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    Zuletzt aktualisiert: 31.01.2013 um 20:41 UhrKommentare

    Der Bau als Baustelle

    Das Jahr hat mit gleich drei Großpleiten in Kärnten begonnen. Betroffen ist vor allem die Baubranche, weil öffentliche Aufträge wegbrechen.

    Kreditschützer rechnen 2013 vor allem in der Baubranche mit einer Zunahme an Insolvenzen

    Foto © KLZ/HautzenbergerKreditschützer rechnen 2013 vor allem in der Baubranche mit einer Zunahme an Insolvenzen

    Griffner Haus, Legat, Struckl & Ogris: Das Jahr 2013 hat schon mit Großpleiten begonnen. Der Fertighausproduzent ging mit 25 Millionen Euro Schulden in Konkurs, der Bäcker hat einen Schuldenberg von 9,7 Millionen Euro angehäuft, bei Struckl & Ogris sind es 2,8 Millionen Euro. Den Gang zum Konkursrichter mussten im Jänner aber auch kleinere Unternehmen antreten, 18 Insolvenzen gab es bisher. "Am stärksten betroffen sind die Baubranche und das Baunebengewerbe", sagt Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband. Alleine mit den drei Großpleiten sehen rund 300 Mitarbeiter einer unsicheren Zukunft entgegen.

    Die Baubranche hat laut Barbara Wiesler-Hofer vom Kreditschutzverband 1870 vor allem deshalb ein Problem, weil zunehmend öffentliche Aufträge wegbrechen. Und die Nachwehen der Krise werden noch länger zu spüren sein. Wiesler-Hofer erwartet, dass auch in diesem Jahr die Bautätigkeiten zurückgehen werden. Unter anderem wegen der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt. "Je weniger Aufträge es gibt, desto mehr G'riss herrscht um die verbleibenden. Man bekommt die Aufträge vor allem dann, wenn man Billigstbieter ist. Die Marge ist gering, es findet ein reines Geldwechseln statt und die Firmen haben oft kaum Liquidität", erklärt Ruckhofer. Einige Großpleiten dürften im Laufe des ersten Quartals noch zu erwarten sein.

    Getrübte Stimmung

    Dass gerade die Baubranche zu kämpfen hat, spiegelt sich auch im aktuellen Mittelstandsbarometer von Ernst & Young wider. 900 mittelständische Unternehmen in Österreich wurden befragt. Ein zentrales Ergebnis: Die Geschäftslage sei seit dem Vorjahr eingetrübt, aber stabil. Für Kärnten hat sich Ernst & Young-Geschäftsführerin Ulrike Hochsteiner die Zahlen im Detail angeschaut. Die Stimmungslage bei den Unternehmen ist etwas gedämpfter als im übrigen Österreich. Nur 14 Prozent der Unternehmen in Kärnten wollen 2013 verstärkt investieren. Kärnten ist damit österreichweites Schlusslicht. Außerdem plant jedes zehnte mittelständische Unternehmen in Kärnten, Personal abzubauen. Auch der Fachkräftemangel ist nach wie vor ein Thema. "Kärnten ist das einzige Bundesland, das einen Bevölkerungsschwund hat. Hier muss man entgegensteuern", sagt Hochsteiner. Eine Erklärung, warum gerade der Sektor Bau schwächelt, sieht Hochsteiner in der Verschuldung des öffentlichen Bereiches: "Gemeinden und Länder vergeben weniger Aufträge."

    ASTRID JÄGER UND CHRISTIANE CANORI

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